Welche Bodenschätze schlummern in der Arktis?

In 20 bis 30 Jahren könnte die Arktis infolge des Klimawandels eisfrei sein. Das bringt ganz neue wirtschaftliche Perspektiven: Neue Seewege verbinden Atlantik und Pazifik und grosse Vorkommen an Bodenschätzen werden zugänglich.

Barentsburg, eine russische Kohlestadt in Spitzbergen.

Bildlegende: Russischer Kohleabbau in Spitzbergen: Neue Rohstoffvorkommen hingegen befinden sich vor allem vor den Küstengebieten. Reuters

Gut 22 Prozent der unentdeckten, aber technisch erreichbaren Öl- und Gasvorkommen der Welt werden nördlich des Polarkreises vermutet. Das ergab eine vor vier Jahren durchgeführte Studie von Geologen aus den USA. 90 Milliarden Barrel unentdecktes Öl sollen dort lagern. Eine Menge, die ausreichen würde, um den weltweiten Bedarf drei Jahre lang zu decken. Das Öl ist vor allem in Provinzen zu finden, die auf dem Territorium der USA, von Kanada und Dänemark liegen.

Getoppt werden die Ölvorkommen von den vermuteten Gasvorkommen, die – in Öläquilvalent umgerechnet – rund dreimal so gross sind. Sie sind vor allem auf russischem Territorium zu finden. Das arktische Gas macht etwa 30 Prozent der unerschlossenen Vorkommen aus. Das Problem: Über 80 Prozent der mineralischen Ressourcen befinden sich in Offshore-Gebieten, also vor den Küsten. Oft sind genau dies die Gebiete, deren rechtlicher Status ungeklärt ist, was seit Jahren zu politischen Spannungen zwischen den Anrainerstaaten Russland, USA, Kanada, Norwegen und Dänemark führt.

Doch es gibt noch weitere Rohstoffe, die das schmelzende Eis freigeben wird. Von Gold, Diamanten, Zink, Eisen, Nickel, Kupfer, Kohle, Uran, Nickel ist die Rede. Welche dieser Rohstoffe genau und vor allem welche Mengen unter dem ewigen Eis lagern, ist jedoch noch weitgehend unbekannt.

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