Wer gewinnt den WM-Pokal?

Krake Paul orakelte bei der WM 2010 für jedes Deutschland-Spiel das richtige Resultat; das kann die Forschergemeinde nicht auf sich sitzen lassen. Mit wissenschaftlichen Methoden berechneten Wissenschaftler die WM-Chancen – von berühmten Physikern bis zu Ökonomen.

Brasiliens Fussball-Legende Pelé mit dem Fifa-Pokal für den Fussball-Weltmeister.

Bildlegende: Drei Mal Weltmeister: Diesen WM-Pokal hat Pelé nie gewonnen – er holte den Vorgänger-Cup mit dem dritten Sieg 1970 für immer nach Brasilien. Reuters

Wissenschaftler orakeln normalerweise nicht, sie analysieren, messen, vergleichen und bewerten. Ihre Ergebnisse sind in der Regal exakt. Doch bei ihren Prognosen zur Fussball-WM 2014 zeigen internationale Forscher eine gewisse Bandbreite. Kaum überraschend: Sie favorisieren mehrheitlich ein bestimmtes Team.

Hier eine Auswahl wissenschaftlicher WM-Prognosen:

  • Der bekannte Physiker Stephen Hawking von der University of Cambridge analysierte auf die Bitte eines britischen Buchmachers hin die besten Bedingungen für die englische Nationalelf bei der WM. Demnach sollte sie rote Trikots tragen, in einer 4-3-3-Formation spielen – am besten nachmittags – und südamerikanische Schiedsrichter meiden, um möglichst gut abzuschneiden. Dennoch glaubt Hawking eher an einen Heimtriumph von BRASILIEN.
  • BRASILIEN ist klarer Favorit für die Statistiker Achim Zeileis, Christoph Leitner und Kurt Hornik von der Universität Innsbruck und der Wirtschaftsuniversität Wien. Als Grundlage für ihre WM-Simulation nutzten sie die Quoten von Buchmachern.
  • Auch der amerikanische Statistiker Nate Silver sieht BRASILIEN vorn. Immerhin habe das Team kein wichtiges Spiel im eigenen Land verloren, so der Experte. Für seine Prognose entwickelte Silver einen speziellen Algorithmus.
  • BRASILIEN, ARGENTINIEN, DEUTSCHLAND oder SPANIEN: Welche dieser Mannschaften den Titel holt, darauf will sich Informatikprofessor Raúl Rojas von der Freien Universität Berlin nicht festlegen. Mit seinem Team entwickelte er eine Computersimulation, in der sich jeder als Orakel versuchen kann, indem er einzelne Indikatoren für jedes Team gewichten kann.
  • BRASILIEN, SPANIEN oder DEUTSCHLAND: Auch Physiker Andreas Heuer von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster legt sich nicht fest. Für diese drei Mannschaften sei der Sieg jedoch am wahrscheinlichsten. Dafür wurden die Weltranglistenwerte der Teams in einen Computer eingegeben und der Spielplan 10‘000 Mal durchgespielt.
  • SPANIEN und DEUTSCHLAND stehen sich im Finale gegenüber, sind sich Jürgen Gerhards von der Freien Universität Berlin, Michael Mutz von der Universität Göttingen und Gert G. Wagner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sicher. Die Prognose der Wissenschaftler aus den Bereichen Soziologie, Sportwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften basiert auf den Marktwerten der Spieler.
  • Im Finale sieht das Team um Daniel Memmert von der Sporthochschule Köln die Nationalelf seines Landes nicht. Mit einer Analyse, bei der er die Fifa-Weltranglisten und aktuelle Wettquoten kombiniert, prognostiziert er die Niederlage Deutschlands im Halbfinale. Der Pokal ginge nach jetzigem Stand an das Team aus BRASILIEN.
  • Es bleibt spannend: Die Mathematiker Javier López Peña und Hugo Touchette von der Queen Mary University of London haben sich die Spieltaktiken der Mannschaften genauer angesehen. Ihr klares Fazit: SPANIEN wird Weltmeister.

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