Weshalb werden wir blass im Gesicht?

Ein kurzer Moment des Schreckens und schon weicht uns die Farbe aus dem Gesicht. Verantwortlich dafür ist das sogenannte sympathische Nervensystem, das schon bei den Urmenschen dafür sorgte, dass sie schnell auf Gefahr reagieren konnten.

Ein Mann hält sich geschockt die Hand vor den Mund.

Bildlegende: In Schock- oder Gefahrenmomenten weicht uns die Farbe aus dem Gesicht. 123RF

Fight or Flight – Kampf oder Flucht: Das war Jahrtausende lang die Devise unserer Vorfahren. Entweder sie konnten ein Tier erlegen; sonst blieb nur die Flucht. Auf dieses Verhalten hat sich unser Körper im Laufe der Evolution eingestellt und einen geschickten Mechanismus geschaffen: Die «Fight-or-Flight»-Reaktion.

Gerät der Mensch in eine Gefahren- beziehungsweise Stresssituation, veranlasst das Gehirn die schlagartige Freisetzung der Hormone Adrenalin und Noradreanlin. Das führt dazu, dass das Herz-Kreislauf-System angekurbelt wird. Die Blutgefässe ziehen sich zusammen, das Herz pumpt schneller und die Atmungsfrequenz erhöht sich. Dadurch wird die Muskulatur stärker durchblutet. Die Folge: Ein körperlicher Energieschub, um die Fluchtchancen unserer Vorfahren zu erhöhen.

Fliehen müssen wir heute nur noch selten, doch der Mechanismus ist fest in unserem Körper verankert: In Schock- und Gefahrenmomenten hat die Muskeldurchblutung Vorrang. In anderen – für die Flucht unwichtigen Bereichen – wird die Durchblutung heruntergefahren. Dazu zählt auch die Haut. Das macht sich dann vor allem im Gesicht und am Hals bemerkbar, die weniger stark durchblutet sind. Wir werden blass.