Wie entsteht ein Tornado?

In den USA zählt man jährlich ungefähr 1200 Tornados. Sie sind unterschiedlich stark ausgeprägt: In extremen Fällen zerstören sie ganze Gegenden. Damit ein Tornado überhaupt entsteht, müssen viele Bedingungen erfüllt sein.

Wirbelsturm in der Mitte des Bildes

Bildlegende: Tornado: In unseren Breitengraden auch bekannt als Wirbelsturm. Keystone

Für einen Tornado sind, wie für ein Menü, einige Zutaten nötig. Zum einen viel warme und feuchte Luft, möglichst nah am Boden; zum anderen kalte und trockene Luft in grosser Höhe. Treffen durch Winde nun warme Luftmassen am Boden auf kalte Luftmassen in der Höhe, tritt folgender Effekt ein: Die warme Luft ist leichter als kalte Luft und drängt deshalb nach oben. Dort kühlt sie sich ab, verflüssigt sich zu Wasser und Eis und fällt wieder vom Himmel – ein Gewitter mit Regen und Hagel. Die warme Luft ist sozusagen der Strom für das Gewitter.

Die kalte Luft dreht sich derweil am Boden, wie ein Bauwalze beim Teeren, da sie von der feuchtwarmen Luft darüber gebremst wird. Zusätzlich zum normalen Gewitter braucht es für einen Tornado stark unterschiedliche Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen. Wenn diese auch in der Höhe variieren, beginnt sich das Gewitter zu bewegen. Es «holt sich» dabei mehr warme Luft und damit neue Energie – eine «Superzelle» entsteht.

Die warme Luft sorgt auch dafür, dass sich der Wirbel aufrichtet. Sie drückt die rotierende «Bauwalze» von einer Seite nach oben. Wenn dann die warmen Aufwinde nach oben ziehen und die kalten Abwinde nach unten ziehen, entstehen vom Himmel her zum Boden starke Wirbel und ein Sog. Und sobald die Wirbel den Boden berühren, ist der Tornado fertig angerichtet.