Wie fliegen die America's Cup-Katamarane über das Wasser?

In der 34. Ausgabe des America's Cup kommen neue Riesen-Katamarane zum Einsatz. Sie sind knapp sechs Tonnen schwer und 40 Meter hoch – trotzdem fliegen sie über die Wasseroberfläche. Dadurch sind sie bis zu 15 Prozent schneller.

Der Katamaran des Team New Zealands wäre letzten Sonntag fast gekippt. Dafür sieht man das T-förmige Schwert.

Bildlegende: Ungewolltes Manöver: Der Katamaran des Team New Zealand wäre letzten Sonntag fast gekippt. Dabei sah man das T-förmige Ruder. (Kreis) Keystone

Für das Fliegen übers Wasser ist ein neues Design der Schwerter und Ruder verantwortlich. Sie sind T- oder L-förmig und werden Foils genannt. Man erkennt sie, wenn die Segelkatamarane über der Wasseroberfläche schweben. Durch die geänderte Form funktionieren die Foils wie Unterwasser-Flügel. Sie folgen demselben Prinzip wie Tragflächen von Flugzeugen – dem Bernoulli-Effekt.

Er funktioniert nicht nur in der Luft, sondern auch im Wasser. Dort wirken mit zunehmender Fahrt stärkere Kräfte auf die «Flügel» der neu designten Schwerter und Ruder. Ab einer gewissen Geschwindigkeit steigt der Katamaran dann auf, da die Kräfte die Tragflächen fest nach oben drücken – es entsteht Auftrieb.

Das Ein- und Austauchen bewirkt die Crew, indem sie den Winkel der vorderen Schwerter um ein paar Grad nach vorne oder nach hinten neigt – nach vorne bedeutet Abtauchen, nach hinten Auftauchen. Erst seit dieses Manöver kontrollierbar wurde, können die Teams die Flieg-Technik gezielt einsetzen. Sie wird so oft wie möglich angewendet, denn sie verschafft klare Vorteile: Die Katamarane sind so nämlich um bis zu 15 Prozent schneller.