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Fünfmalklug Wie gewinnt man bei «Schere, Stein, Papier»?

Nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung stehen die Chancen, bei dem Spiel «Schere, Stein, Papier» zu gewinnen, genau eins zu drei. Doch chinesische Wissenschaftler fanden heraus, dass wir nicht nur nach dem Zufall spielen, sondern nach gewissen Mustern. Und die kann man vorhersagen.

Zwei Händer, eine zeigt das Symbol für Schere, die andere jenes für Stein
Legende: Stein macht Schere stumpf: Wenn das Symbol, das jeder Spieler zeigt, zufällig ist, ist der Spielausgang völlig ungewiss. Doch ist es Zufall? Colourbox

Für ihre Studie hatten Forscher der Zheijiang University in China 360 Studenten aus verschiedenen Disziplinen in Gruppen zu sechs Spielern aufgeteilt. Jeder Student musste insgesamt 300 Runden «Schere, Stein, Papier», Link öffnet in einem neuen Fenster spielen. Nicht ohne Anreiz: Nach dem Test wurden die Spieler proportional zu ihren Siegen bezahlt.

Nach der klassischen Spieltheorie müssten die Studenten in jeder Runde völlig zufällig entscheiden, welchs Symbol sie zeigten, damit sie nicht vorhersehbar sind. Diese Strategie ist als Nash-Gleichgewicht, Link öffnet in einem neuen Fenster bekannt. Und tatsächlich wählte jeder Spieler in der ersten Runde mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:3 einen der drei Gegenstände.

Verlierer wechseln das Symbol

Doch wenn die Spieler gegen denselben Gegner weiterspielten, änderte sich das. Hatten sie gewonnen, tendierten sie dazu, das erfolgreiche letzte Symbol im nächsten Spiel zu wiederholen. Hatten sie hingegen verloren, wechselten sie. Dieser Wechsel geschah erstaunlicherweise genau in der Reihenfolge des englischen Spielnamens «Rock, Scissors, Paper».

Grafische Darstellung der Spielregeln
Legende: Zwei Kontrahenten stellen gleichzeitig ein Symbol mit der Hand dar. Der, dessen Symbol das andere zerstört, gewinnt. Wikipedia

Nachdem ein Spieler mit «Stein» verloren hatte, war die Wahrscheinlichkeit, dass er in der nächsten Runde «Schere» wählte höher, als das Nash-Gleichgewicht mit der Eins-zu-drei-Regel vorhergesagt hätte.

Ist hierzulande alles anders?

Ist man sich dieses Musters bewusst, kann der nächste Zug des Gegners mit einer höheren Wahrscheinlichkeit vorhergesagt werden. Obwohl natürlich erstmal geschaut werden müsste, ob hiesige Spieler ganz anders entscheiden – nach der Reihenfolge des deutschen Spielnamens «Schere, Stein, Papier» nämlich.

1 Kommentar

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  • Kommentar von seppli, Toffen
    Lustig. Wir spielen Schere Stein Papier als Gruppenspiel. Zwei Mannschaften einigen sich je auf ein Symbol (heimlich), stellen sich dann einen Fuss hinter der Mittellinie einander gegenüber auf, alle zeigen gleichzeitig das Symbol, und die mit dem stärkeren Symbol werden zu Fängern. Wer gefangen wird, wechselt ins andere Team, das damit grösser wird. Und dann das ganze von vorn. Natürlich versuchen wir dabei zu taktieren und vorherzusagen, welches Symbol die andere Gruppe wählen wird! :-)
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