Wie steht es um die Gleichberechtigung in der Schweiz?

8. März: Internationaler Frauentag. Seit über 100 Jahren kämpfen Frauenorganisationen weltweit für ihre Gleichberechtigung und das Wahlrecht. Die Schweiz hat Nachholbedarf.

J. Howard Millers Poster von 1943

Bildlegende: J. Howard Millers Poster propagierte um 1980 den Feminismus: Und immer noch sind die Schweizer Frauen nicht überall gleichberechtigt. J. Howard Miller, Wikipedia

Der Weltfrauentag steht seit über 100 Jahren für die Gleichberechtigung und das Wahlrecht von Frauen. Hierzulande hat es jedoch bis 1971 gedauert, bis Frauen wählen durften. Zum Vergleich: In der Türkei wurde das Frauenwahlrecht 1930, in Deutschland bereits 1918 eingeführt, und allen voran durften die Neuseeländerinnen schon 1893 an die Urne. Die vollständige Gleichberechtigung von Mann und Frau ist in der Schweiz aber noch lange nicht erreicht.

Ein Beispiel dafür, ist das Einkommen: Frauen verdienen gemäss dem Bundesamt für Statistik durchschnittlich 25 Prozent weniger als Männer, obwohl sie oft den gleichen Bildungsstand haben und in vergleichbaren Positionen arbeiten. Am stärksten wirken sich diese Lohnunterschiede in der Finanz-Branche und der Chemie-Industrie aus.

Beim Global Gender Gap Report, dem internationalen Vergleich von über 130 Ländern, bei dem die Gleichberechtigung von Männern und Frauen mit verschiedenen Indikatoren gemessen wird, lag die Schweiz im Jahr 2012 auf Platz zehn; hinter Nicaragua und den Philippinen. Die vordersten Ränge belegten, wie schon in den Jahren zuvor, die skandinavischen Länder.

Global Gender Gap Report

Die Studie wird jährlich im Auftrag des World Economic Forum (WEF) erstellt. Sie misst das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern bezüglich wirtschaftlicher Partizipation, Chancengleichheit, Bildungsniveau, politischer Teilhabe, Gesundheit und Lebenserwartung. Zum Report