Wie viel Elektroschrott produzieren wir?

131'000 Tonnen Elektroschrott wurden 2013 in der Schweiz gesammelt: Handys, Bildschirme, Tumbler und Waschmaschinen. Was passiert mit den Geräten, wenn sie nicht mehr bei uns zu Hause oder am Arbeitsplatz stehen?

Ein Berg mit schrottiger Computer-Bildschirmen.

Bildlegende: Globige Röhrenbildschirme werden seltener: Das Volumen des recyclierten Elektroschrotts hat abgenommen – die Anzahl Geräte hingegen ist gestiegen. Colourbox

Die Bevölkerung der Schweiz nimmt im Jahr durchschnittlich zwei Kilogramm pro Person zu – an Elektro- und Elektronikgeräten.18 Kilogramm pro Kopf kaufen wir neu, 16 Kilogramm werden jährlich entsorgt.

Aus Innovation wird Schrott

Laut einer Erhebung des Bundesamts für Umwelt (BAFU) landeten 2006 fast 10'000 Tonnen Elektroschrott unerlaubterweise im Haushaltskehricht.

110'000 Tonnen wurden bei Recyclingstellen abgeliefert, wobei 12 Prozent der Geräte noch funktionstüchtig waren und exportiert wurden. Die restlichen 88 Prozent wurden zum Grossteil rezykliert, damit wertvolle Ressourcen wie Eisen, Aluminium oder Kupfer zurückgewonnen werden konnten. Der Rest landete auf der Deponie oder wurde verbrannt.

Obwohl tendenziell immer mehr Elektrogeräte in den Sammelstellen landen, nahm das Gesamtgewicht des Sammelgutes in den letzten Jahren ab. Unter anderem, weil sich die Schrott-Schwemme der schweren Röhrenbildschirme dem Ende zuneigt und Flachbildschirme ihren Platz übernehmen. Doch trotz der guten Gewichtsbilanz: Die enorme Geschwindigkeit, mit der neue Produkte auf den Markt gelangen, schadet der Umwelt. Zum einen ist die Produktion häufig der energieaufwändigste Teil im Lebenszyklus dieser Geräte, zum andern haben sie eine immer kürzere Lebensdauer (siehe Box).

Illegaler Export

Für einen nachhaltigen, ökologischen Umgang hat die Schweiz 1991 als erstes Land ein Elektronikschrott-Recycling-System eingeführt. Ziel ist, Elektronikgeräte möglichst im Land zu verwerten, denn hier sind die Grundlagen für einen schonenden Abbau gegeben.

Weltweit kommen pro Jahr ungefähr 27 Millionen Tonnen E-Schrott nie in offiziellen Recyling-Stellen an. Ein grosser Teil davon wird stattdessen in Entwicklungsländer verschifft. Dort klauben Menschen die wertvollen Bestandteile unter unmenschlichen Bedingungen aus den Altgeräten.

Geplante Obsoleszenz:

Eine Stoppuhr vor einem elektronischen Gerät.

Colourbox

Immer wieder wird der Vorwurf laut, Hersteller bauten Schwachstellen in Produkte ein, um so die Lebensdauer auf eine absehbare Zeit zu limitieren und den Konsumenten zum Neukauf zu zwingen. Die Strategien: Einsatz von Ersatzteilen verhindern, Updates, mit denen das Gerät nicht mehr kompatibel ist, minderwertige Materialien und Sollbruchstellen.