Wie viel Käse entsteht in der Schweiz?

Emmentaler, Gruyère, Sbrinz: Schweizer Käse ist so beliebt wie nie zuvor. Trotzdem gibt es immer weniger Milchkühe im Lande.

Käselaiber in der Lagerhalle von Emmi in Kaltbach.

Bildlegende: Massenware Käse: In der Halle des Milchverarbeiters Emmi in Kaltbach werden Käselaiber in Lagerregale verfrachtet. Keystone

Rund 180‘000 Tonnen Käse aus Kuhmilch werden jährlich in der Schweiz produziert. Die Auswahl ist gross: Über 450 verschiedene Sorten bieten die Hersteller an, darunter die bekannten Marken Emmentaler, Appenzeller, Gruyère und Sbrinz. Rund ein Drittel der hergestellten Ware wird ausser Landes verkauft; Herr und Frau Schweizer verputzen pro Jahr im Durchschnitt gut 20 Kilogramm – mehr als doppelt so viel wie vor 40 Jahren.

Die Milch dazu liefert mehr als eine halbe Million Kühe – doch trotz steigender Nachfrage nach Käse sinkt ihre Zahl: Vor 50 Jahren lebten etwa 400‘000 Milchkühe mehr in der Schweiz als heute. Dass trotzdem ausreichend Milch zur Verfügung steht, liegt an der gestiegenen Leistung der Tiere. Beispiel Deutschland:  Gab eine Durchschnittskuh dort 1990 noch 4700 Liter pro Jahr, waren es 2007 schon 7000.

Möglich machten das mehrere Faktoren: Laut Fachleuten ist das Knowhow der Landwirte über den richtigen Zeitpunkt der Besamung präziser geworden. Und schliesslich sorgte der Einsatz von Kraftfutter dafür, dass mehr Milch aus den Eutern fliesst – eine Strategie, die von Tierschützern kritisiert wird. Dass sich mit weniger Kraftfutter genauso gutes Geld verdienen lässt, zeigte 2012 eine Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau, das in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv ist.

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Brünstige Kuh schickt SMS

6:38 min, aus Einstein vom 29.3.2012