Wie viel Kriegsmaterial exportiert die Schweiz?

In der laufenden Session hat der Ständerat dafür plädiert, dass die Regeln für den Export von Kriegsmaterial gelockert werden. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Erst kürzlich erzielten die Exporte Rekordwerte.

Ein Arbeiter misst mit einer Schublehre eine Patrone.

Bildlegende: Munitionsproduktion: In der hiesigen Rüstungsindustrie arbeiten laut einer Schätzung bis zu 20'000 Menschen. Keystone

Die Schweizer Waffenschmieden exportierten im Jahr 2012 Kriegsmaterial im Wert von rund 700 Millionen Franken ins Ausland. Deutschland kaufte das grösste Stück vom ganzen Kuchen – nämlich Kriegswaren für 245 Millionen Franken. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Arabischen Emirate und Italien. Verkauft wurden vor allem militärische Trainingsflugzeuge, gepanzerte Radfahrzeuge, Teile zu Geniepanzern und Fliegerabwehrsystemen sowie Munition und Munitionsteile.

Es gab auch magere Jahre: Während des Kalten Krieges im Jahr 1983 belieferte die Eidgenossenschaft Länder mit Waren im Wert von 377 Millionen. Nach einem Anstieg auf 578 Millionen 1987 blieben die Exportzahlen in den 90er-Jahren stabil auf einer Höhe von etwa 250 Millionen. Erst im Jahr 2008 stiegen die Exporte auf über 700 Millionen.

Doch gilt es zu unterscheiden: Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) weist unter der Kategorie «Kriegsmaterial» hauptsächlich Waffen, Waffensysteme, Munition und Sprengmittel aus. Rechnet man die Waren der Kategorie «besondere militärische Güter» dazu, wären die exportierten Güterwerte um ein Vielfaches höher. In diese Kategorie gehören Produkte wie Aufklärungsdrohnen, Nachtsichtgeräte oder unbewaffnete militärische Trainingsflugzeuge.

Entwicklung der Kriegsmaterialexporte 1983-2012

Quelle: Seco