Wie viele AKWs sind in Betrieb?

Über 30 Länder decken ihren Strombedarf zumindest teilweise mit Atomstrom. Zwischenfälle mit Atomkraftwerken wie in Tschernobyl oder Fukushima führen zu Diskussionen über Atomausstiege – jedoch nicht überall.

Das Reaktorpult im Kommandoraum des Kernkraftwerks Leibstadt, aufgenommen im August 1992.

Bildlegende: Umstrittene Technologie: Das Reaktorpult im Kommandoraum des Kernkraftwerks Leibstadt, aufgenommen im August 1992 im Kanton Aargau. Keystone

Laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sind weltweit 437 Atomkraftwerke in über 30 Ländern in Betrieb. 104 davon stehen alleine in den USA und 59 in Frankreich. Seit der Inbetriebnahme des ersten AKWs weltweit am 27. Juni 1954 in Obninsk bei Moskau wurden 126 ausgediente Werke wieder abgeschaltet, wobei der Reaktor von Tschernobyl 1986 und drei aktive Reaktoren 2011 in Fukushima zerstört wurden.

Nach der Katastrophe in Japan diskutieren verschiedene Länder den Atomausstieg oder erwägen ihn von erneut. So haben die Schweiz, Deutschland und Belgien diesen Schritt angekündigt. In der Schweiz sind momentan fünf AKWs in Betrieb. 2011 hat der Bundesrat den Entscheid getroffen, aus der Kernkraft auszusteigen – und strebt die Umsetzung bis zum Jahr 2034 an.

Als einziges Land weltweit hat bislang nur Italien einen Atomausstieg erfolgreich umgesetzt – noch vor der Katastrophe in Fukushima. Nach der Explosion in Tschernobyl wurden alle vier AKWs in Italien stillgelegt. Doch das ist ein Ausnahmefall, denn weltweit sind 37 neue AKWs in Bau und 83 in Planung – viele davon in Nord- und Südamerika und Asien.