Wie viele erdähnliche Planeten gibt es?

Das Weltraumteleskop Kepler ist inzwischen defekt, doch seine Daten beschäftigen viele Forscher. Sie berechneten aus den Messungen, dass die Zahl der erdähnlichen Planeten verblüffend hoch sein dürfte.

Das Kepler-Teleskop im All auf einer künstlerischen Darstellung, die von der Raumfahrtbehörde Nasa stammt.

Bildlegende: Planeten-Späher: Das Kepler-Teleskop suchte in einem Ausschnitt im Sternbild Schwan gut vier Jahre lang nach erdähnlichen Planeten. Keystone / Nasa

Rund jeder fünfte sonnenähnliche Stern besitzt einen erdähnlichen Planeten in seiner bewohnbaren Zone. Das schliessen Astrophysiker aus Analysen der Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops Kepler. Blickt man auf den Nachthimmel, ist der nächste sonnenähnliche Stern mit einem solchen Planeten wohl nur zwölf Lichtjahre entfernt – sein Licht ist also mit dem blossen Auge erkennbar.

Das Teleskop Kepler, das seit Mitte August defekt ist, hatte rund 150‘000 Sterne auf Planeten untersucht, die – von der Erde aus gesehen – gerade vor ihrem Stern vorbeiziehen und ihn vorübergehend leicht abdunkeln. Darunter hatten die Forscher 42‘000 Sterne identifiziert, die unserer Sonne gleichen oder etwas kleiner und kühler sind. Im Umfeld dieser Sterne hatte «Kepler» insgesamt 603 Planeten-Kandidaten erspäht – davon wiederum 10 in der Grösse der der Erde, die ihren Stern in der Zone mit lebensfreundlichen Temperaturen umkreisen.

Dass es in Wirklichkeit sicher mehr sind, liegt daran, dass «Kepler» nicht alle Planeten finden kann – unter anderem, weil manche so ungünstig im Raum «liegen», dass sie vom Standpunkt des Teleskops nicht zu detektieren sind. Solche Korrekturen rechneten die Astrophysiker ein und kamen schliesslich auf eine Quote von 22 Prozent. Eine Schätzung also, deren Genauigkeit nach heutigem Wissensstand nicht zu überprüfen ist – zumal das Kepler-Teleskop nur in einem fixen Ausschnitt des Sternenhimmels im Sternbild Schwan suchte.