Wie warnen Pflanzen einander vor Feinden?

Wenn Pflanzen Duftstoffe absondern, geschieht das nicht immer, um Bienen und Insekten für die Bestäubung anzulocken. Bei Insektenangriffen sondern sie Duftstoffe ab, damit ihre Artgenossen in der Umgebung wissen: Achtung Feind – und ihre Produktion von Abwehrstoffen verstärken.

Tomaten können untereinander Nachrichten austauschen, das bewiesen japanische Forscher. Dafür pflanzten sie Tomaten und hielten sie streng isoliert. Gleichzeitig sorgten sie dafür, dass ein konstanter Luftstrom über die Pflanzen wehte, durch den sich Duftstoffe zu den Nachbartomaten ausbreiten konnten. Das Lüftchen strich zum Teil über Pflanzen, an denen sich der Asiatische Baumwollwurm gütlich tat, zum Teil über solche ohne Schädlings-Befall.

Der Schmetterling des Asiatischen Baumwollwurms

Bildlegende: Beim Asiatischen Baumwollwurm handelt es sich um die Larve eines Kleinschmetterlings aus der Familie der Eulenfalter. Roland Breithaupt, www.lepiforum.de

In den Blättern der Tomatenpflanzen, die in der Luftströmung der befallenen Pflanzen standen, fanden die Forscher einen erhöhten Anteil einer Chemikalie – (z)-3-Hexenyl-Vicianosid – die bekannt dafür ist, das Wachstum der Schmetterlingslarve zu hemmen.

Im Luftstrom fand sich aber noch eine weitere Substanz: der Vorläufer der Chemikalie (z)-3-Hexenyl-Vicianosid. Scheinbar senden die Tomatenpflanzen nicht nur chemische Warnungen, sondern liefern ihren Nachbarinnen gleich noch den Grundstoff für die Verteidigung mit.