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Fünfmalklug Wie wurde Detroit zur «Motor City»?

Bankrott und heruntergekommen: Detroit hat Konkurs angemeldet. Was heute eine Geisterstadt ist, war einst eine blühende Industriemetropole – doch dazu brauchte es dynamischen Gründergeist und ein paar Zufälle.

Mr. and Mrs. Ford: Unterwegs mit einem Ur-Autmodell in Detroit.
Legende: «Mr. and Mrs. Ford»: Unterwegs mit einem Ur-Autmodell in Detroit. Wikipedia/Unknown

Damit die Autostadt Detroit entstehen konnte, waren, wie für ein Menü, einige Zutaten nötig. Zum einen brauchte es innovative und erfinderische Unternehmer; zum anderen waren die industriellen Voraussetzungen sehr wichtig. Vorerst sprach nämlich nichts für eine «Motor City»: Keiner der 69 Autoproduzenten, die zwischen 1895 und 1900 in den US-Markt einstiegen, war ursprünglich in Detroit angesiedelt.

Die Stadt bot jedoch gute Bedingungen: In der Nähe waren Rohstoffe wie Eisenerz und Holz vorhanden, und die Metropole war optimal mit Schienen- und Wasserwegen erschlossen. Und: Sie hatte bereits eine Schwerindustrie mit Schmelzöfen und grossen Fabriken.

Die Ingenieure Ransom Olds und Henry Ford legten dann mit ihren Start-Ups den Grundstein für die Auto-Stadt. Sie erfanden unter anderem die Fertigung am Fliessband, welche die Produktion revolutionierte. Zudem vergaben sie viele Aufträge für Einzelteile an Spin-Off-Firmen und schufen so eine Kultur der «Fremdbestäubung»: Dies trieb die Branche zu neuen Entwicklungen und es entstand ein regelrechter Boom-Geist. Im Jahr 1915 stammten bereits 13 der 15 beliebtesten Marken aus Detroit – der «Motor City» stand nichts mehr im Wege.

Heute sieht es dort anders aus:

Legende: Video «Gebeutelte Auto-Metropole» abspielen. Laufzeit 14:00 Minuten.
Aus Rundschau vom 31.10.2012.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Meyer, Zürich
    Wann sieht die Welt entlich ein, dass die USA mittlerweile den Stand eines Entwicklungslandes erreicht hat? Den abgesehen von Hollywoodglanz ist es doch so: - Mit Stand vom 29. Juni 2011 betrug die Staatsverschuldung insgesamt 14,46 Billionen US-Dollar oder 98,6 % des Bruttoinlandprodukts. (wikipedia) - mangelnde Sozialversicherung - nicht funktioniernde Öffentliche Infrastruktur etc.
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    1. Antwort von Roman Bucher, Zürich
      Und das sagen Sie anhand dieser paar Zahlen? Waren Sie schon in den USA oder kennen Sie Amerikaner? Die machen zwar vieles falsch, aber der Erfindergeist und die Do-it-yourself-Mentalität ist einfach einmalig! Und ausserdem haben viele europäische Staaten genauso schlimme oder sogar schlimmere Probleme als die USA. Also nichts mit Entwicklungsland bitteschön!!! Oder würden Sie Spanien, Italien, Frankreich usw. auch als unterentwickelt bezeichnen? Gruss aus Luzern
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Detroit war einmal eine Perle im Land, nirgendwo sonst konnten Alle so viel Geld verdienen wie in Detroit. Die Automobil-Gewerkschaften erkämpften sich im wahrsten Sinn den Wohlstand für Alle. Und man zeigte den Luxus, alles war Luxus, wohin man auch schaute. Zu Erhalten war dieser 'Standard' aber schon aber lange nicht mehr, das langsame Sterben dieser Stadt begann schon vor Jahrzehnten, zu retten bleibt hier nicht sehr viel. Aber auch das nennt man Fortschritt, im wahrsten Sinne des Wortes...
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