Wo schlafen Schimpansen am liebsten?

Auch Schimpansen ruhen gern gemütlich und machen sich ihr Baumbett deshalb allabendlich neu – auf einem stabilen und festen Gehölz. Am liebsten auf einem ganz Bestimmten.

Ein Schimpanse baut sich auf einem Ast in einem Baum aus Zweigen und Blättern ein Nachtlager.

Bildlegende: Schlafkultur: Schimpansen geben sich beim «Bettenmachen» mindestens so viel Mühe wie Menschen. David Samson / PLOS

Unter allen Baumarten, die zur Verfügung stehen, wählen Schimpansen gern diejenige mit dem stabilsten, festesten Holz für ihr typisches Schlafnest aus – gerne auch mit passenden Ästen für den Eigenbau. Amerikanische Biologen haben kürzlich herausgefunden, dass die Menschenaffen dabei sogar bestimmte Baumarten bevorzugen.

Zum Beispiel im Toro-Semliki Nationalpark in Uganda, wie die Forscher im Fachblatt «Plos one» berichten. Obwohl die Baumart Muhimbi (Cynometra alexandri) weniger als zehn Prozent der Bäume in den Wäldern dort ausmacht, bildete sie die Basis von etwa 74 Prozent der 1844 untersuchten Schlafnester. Aus guten Gründen, wie die Wissenschaftler im Vergleich mit weiteren Baumarten herausfanden.

Die Äste des Muhimbi-Baumes sind nämlich nicht nur besonders steif und bruchfest, sondern haben auch den geringsten Abstand von Astknoten – gute Hilfen als Fixpunkte für den Nestbau. Zudem haben die Blätter der Bäume im Verhältnis zur Astlänge die geringste Fläche. So sind sie das perfekte Material, um sich ein dichtes, gemütliches und weiches Nachtlager zu stopfen.

Der Muhimbi

Der Muhimbi, auch Angu genannt, ist ein in Ost- und Zentralafrika verbreiteter Baum aus der Familie der Leguminosen. Er kann fast 50 Meter hoch werden. Sein rotbraunes Holz ist sehr hart und zudem beständig gegen Termiten. Deshalb wird es für strapazierfähige Bodendielen, im Schiffbau oder für Eisenbahnschwellen verwendet.