Woher kommen unsere Schuhgrössen?

Früher hatte jeder Schuster seine Leisten: so heissen die Formstücke, die zum Bau eines Schuhs verwendet werden. Für jeden Fuss gab es einen eigenen Leisten. Doch dann kam die Industrialisierung und brachte die Massenproduktion. Plötzlich waren einheitliche Schuhgrössen gefragt.

Schuhsohle mit Pariser Stich.

Bildlegende: Der Pariser Stich – seit Jahrhunderten Grundlage für unsere Schuhgrössen iStockphoto

Zu Beginn brachte die Suche nach einheitlichen Schuhgrössen ein ziemliches Durcheinander. Schliesslich aber setzte sich der Pariser Stich durch. Mit diesem Mass-Stich wurden die Sohle und der obere Teil des Schuhs miteinander vernäht. Ein Pariser Stich ist immer 0,6666 Zentimeter lang.

Für einen Schuh der Grösse 40 beispielsweise brauchte man 40 Stiche. Die Fusslänge in Zentimetern kann man damit recht einfach berechnen: 40 Stiche à 0,6666 Zentimetern ergeben eine Länge von 26,7 Zentimetern – so gross ist der Leisten des Schuhs. Da der Leisten etwa 2 Zentimeter länger ist als der Fuss, misst der Fuss hat also eine Person mit Schuhgrösse 40 einen etwa 24,7 Zentimeter grossen Fuss.

Für den passenden Schuh ist übrigens nicht nur die Schuhgrösse wichtig. Entscheidend ist auch die Uhrzeit des Kaufs, denn ein Fuss dehnt sich im Laufe des Tages aus. In der Länge um einige Millimeter, in der Breite sogar bis zu einem Zentimeter. Daher ist es ratsam, den Schuhkauf auf den Nachmittag oder den Abend zu legen.