Woher kommt die Frühlingswonne? (Teil 1)

Frühling, hach! Alle Welt zieht es in die warme Natur; man möchte juchzen und durch Blumenbeete hüpfen. Aber woher kommt die sonnige Laune eigentlich? Antworten aus drei Forschungsgebieten. Diesmal: Biopsychologie.

Eine Frau liegt strahlend und glücklich auf einer Wiese, aus der rote Blüten wachsen.

Bildlegende: Glücksgefühle: Mit den ersten Blüten geraten viele Zeitgenossen in einen Glückstaumel. Colourbox

Kommt der Frühling früh, dann steigt die Stimmung – noch dazu bei gutem Wetter, erklärt Peter Walschburger, emeritierter Professor für Biopsychologie an der Freien Universität Berlin. Der Mensch sei darauf programmiert, bei Dunkelheit zu ruhen. Doch bei Licht sei er auf Aktivität und Hochgefühl gepolt. «Auf Licht reagieren wir ganz massiv», sagt Walschburger.

Und nicht nur das: Weil sich das bewusste Erleben und Verhalten der Menschen durch einen schönen Frühlingstag radikal ändert, komme es zu positiven Rückkopplungseffekten. «Sie sehen plötzlich viele Menschen draussen», sagt Walschburger, «dadurch gehen sie selber leichter raus» – also eine positive Verstärkung der ohnehin schon fröhlichen Gefühle.

Zudem diagnostiziert der Biopsychologe einen Einfluss des Paarungstriebes. In der Frühlingssonne könne man leichter angezogen sein, was wiederum optische Reize für das andere Geschlecht schaffe. «Sie sehen mehr Pärchen entlang der Seen wandeln. So ist das ein allgemeiner Aufschaukelungseffekt», sagt Walschburger. Und nicht zuletzt stärkten auch Düfte und Vogelgezwitscher den belebenden Einfluss.

Biopsychologie – was ist das?

Dieser Forschungszweig ist ein Teilgebiet der Psychologie und legt den Schwerpunkt auf körperliche «Symptome». Biopsychologen beschäftigen sich also mit messbaren Prozessen im Körper und ihrem Zusammenhang mit menschlichem Verhalten, mit Gefühlen, Träumen und unserem Denken. Und handkehrum damit, wie diese Zustände auch den Körper beeinflussen.