Woher kommt die Frühlingswonne? (Teil 3)

Frühling, hach! Alle Welt zieht es in die Natur; man möchte juchzen und durch Blumenbeete hüpfen. Aber woher kommt die sonnige Laune eigentlich? Antworten aus drei Forschungsgebieten. Teil 3: Meteorologie.

Drei Frauen sitzen vor einer steinernen Wand mit Graffities und geniessen den Sonnenschein.

Bildlegende: Froh in der Sonne: Auch bei Stadtmenschen steigt im Frühling mit der Aussentemperatur die Stimmung. Keystone

Der Mensch ist wetterfühlig – seit es ihn gibt. «Das liegt in den Genen, das ist archaisch», erklärt Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst. Laut dem Meteorologen hat das Wetter Einfluss auf uns, obwohl unser Wohlergehen im Gegensatz zu früher nicht mehr davon abhängt, ob es kühl oder heiss ist. «Der Körper weiss nicht wirklich, dass wir inzwischen alle Klimaanlagen und tolle Heizungen haben», sagt Lux.

Neben den akuten Sonnenstrahlen und der beginnenden Wärme spielt laut dem Fachmann im Frühjahr auch ein jahreszeitlicher Rhythmus im Sozialleben eine Rolle. «Viele Leute sind unterwegs. Man bekommt einfach Lust auf Eis oder auf Biergarten. Das steckt auch ein bisschen in uns drin, sich einfach wieder zu beteiligen.»

Lux' Fazit überrascht kaum: Prinzipiell ist es ein gutes Zeichen, wenn der Mensch auf einen Frühlingstag lebhaft und mit guter Laune reagiert. Denn jetzt fährt der Körper laut dem Fachmann seine Aktivität durch die verstärkten Lichtreize in der Umgebung wieder hoch. Das zeige sich beispielsweise darin, dass man sich stärker auf die Nahrungsaufnahme konzentriere. Oder auch auf die Sexualität.