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Einstein Tobias Müller: «Natürlich habe ich Lampenfieber»

Die Aussage «Ich habe den besten Job der Welt» von Tobias Müller ist verbrieft. Seit Juni 2011 führt er die Zuschauer mit Witz und guter Laune durch die Sendung «Einstein». Wie das mit dem Rampenlicht ist, wer seine Vorbilder sind und was er an sich mag, erzählt er im Interview.

Tobias Müller
Legende: Tobias Müller moderiert «Einstein» seit 2011 SRF

SRF: Tobias, was machst du am Morgen als erstes?

Tobias Müller: Es gibt kein festes Morgenritual. Aber Frühstück muss immer sein.

Welches Lebensmotto führt dich durch den Tag?

Sei einfach du selbst, denn das kann niemand so gut wie du.

Was magst du wirklich gerne an dir?

Dass ich sehr offen auf Menschen zugehen kann.

Und was gar nicht?

Das verrate ich euch doch nicht! Sonst schaut nachher jede/r drauf.

Wer ist dein Vorbild und warum?

Meine Eltern. Seit über 30 Jahren verheiratet und immer noch glücklich wie eh und je. Das muss man erst mal schaffen.

Dein erster öffentlicher Auftritt war …

Mit etwa 12 Jahren an der Turnunterhaltung in Mels als ich in einem Sketch einen Geschäftsmann spielte – im viel zu grossen Hochzeitsanzug meines Vaters.

Deine Wurzeln sind beim Radio – warum bist du beim Fernsehen gelandet?

Das Medium Fernsehen reizte mich schon zu Beginn meiner Laufbahn. Und nachdem beim Radio die Stimme dominierte, kam beim Fernsehen mit dem Bild, vor allem bei der Interaktion mit der Kamera, noch eine weitere Herausforderung dazu. Tja, dafür sind jetzt beim Fernsehen – im Gegensatz zum Radio – «Out-of-bed-Frisuren» ein Tabu.

Deine liebste Fernsehsendung mit 10, 20 und heute?

Löwenzahn, CSI Las Vegas, «Einstein» – was denn sonst? Und ein bisschen Serien-Junkie steckt wohl auch in mir. Im Moment kann ich mich von «How To Get Away With Murder» kaum losreissen.

Moderatoren stehen im Rampenlicht - was magst du daran?

Ich würde lügen, wenn ich jetzt behaupten würde, das Rampenlicht interessiert mich nicht. Klar, es freut einen, wenn man auf der Strasse auf die Sendung angesprochen wird oder per Mail ein Kompliment bekommt – das motiviert auch. Aber im Rampenlicht zu stehen, kann zuweilen auch Schattenseiten haben. Sei es wegen öffentlicher Kritik, mit der man rechnen muss, oder wenn das Privatleben plötzlich in die Öffentlichkeit gezerrt wird.

Hast du Lampenfieber? Und was machst du dagegen?

Natürlich habe ich Lampenfieber. Ein mulmiges Gefühl im Bauch, erhöhter Puls – das wird man nie ablegen können. Sei es im Studio oder auch bei Podiums-Moderationen vor Publikum. Ein Rezept, um das Lampenfieber abzuschalten, fehlt mir bis heute. Was aber sicher hilft, ist eine gute Vorbereitung. Wenn ich weiss, dass ich sattelfest bin, wirkt das lampenfiebersenkend.

Als «Einstein-Moderator» bist du oft unterwegs auf Erlebnisreportage. Welche wirst du nie vergessen?

Legende: Video «Einstein» auf der Skisprung-Schanze abspielen. Laufzeit 16:00 Minuten.
Aus Einstein vom 06.02.2014.

Da gibt es viele. Ganz sicher werde ich das Skispringen nie vergessen. Auf der 50-Meter-Schanze oben auf dem Balken zu sitzen und einfach «tschäddere» zu lassen – das hat viel Überwindung gebraucht. Aber es hat sich allemal gelohnt. Und Synchronschwimmen bleibt mir auch in bester Erinnerung. Schon nach den ersten Minuten im Wasser war ich völlig fertig. Ich ziehe noch heute den Hut vor der sportlichen Leistung der Limmatnixen.

Welche Erlebnisreportage wolltest du schon immer mal machen – und was würdest du nie tun?

Diese Frage stellte man mir schon beim Casting für «Einstein». Und ich antwortete mit «Skispringen». Auf die Frage, was ich nie tun würde, erwiderte ich damals «alles, was mit Schlangen zu tun hat» – unterdessen ist jedoch auch der Giftschlangenkurs überstanden. Was ich jetzt mal noch gerne tun würde: Mit einem U-Boot in die Tiefsee abtauchen. Oder einen Flug ins Weltall unternehmen.

Wenn du nicht Moderator wärst, was wärst du dann?

Vielleicht Kriminalwissenschaftler. Ich spielte einst mit dem Gedanken Kriminalistik zu studieren.

Was würdest du gerne können, was du nicht kannst?

Tanzen.

Was machst du am Abend als letztes?

Das Smartphone in den Flugmodus stellen. Und dann kommt es nicht selten vor, dass das Rattern im «Oberstübli» beginnt und ich an irgendeiner Moderation herumstudiere. So lange, bis ich schliesslich wieder aufstehe und mir Notizen mache. Aber dann wird geschlafen.

Wovon träumst du?

Ich gehe am liebsten wach durchs Hier und Jetzt und klammere mich nicht zu sehr an irgendwelche Träume. Da läuft man bloss Gefahr, Chancen zu verpassen, weil man zu sehr auf einen Lebenstraum fixiert ist. Aber einige Dinge gibt's natürlich schon. Zum Beispiel ein halbes Jahr um die Welt zu reisen, das wäre was. Und an kleine Tobis denke ich sicher auch manchmal – auch wenn das überhaupt noch nicht eilt.