Mit Hightech in das Instrument hinein

Die Lebensdauer von Blechblasinstrumenten ist endlich. Das Messing korrodiert. Über die Korrision im Innern von Blechblasinstrumenten war bisher nur wenig bekannt. Die Hochschule der Künste Bern hat das Phänomen untersucht.

Korrosion im Stimmzug einer Tuba. Zu sehen ist jene Stelle, an welcher Rohr und Bogen zusammengelötet sind.
Bildlegende: Korrosion im Stimmzug einer Tuba. Zu sehen ist jene Stelle, an welcher Rohr und Bogen zusammengelötet sind. zvg/Hochschule der Künste Bern

Das Interesse der Forscher galt dabei vor allem der Konservierung von historischen Instrumenten. Die Resultate lassen sich aber auch auf moderne Blechblasinstrumente übertragen.

Erkenntnisse durch Neutronentomografie
Das Röhrensystem einer Tuba ist etwa 10 Meter lang, sagt Projektleiter Adrian von Steiger gegenüber der SRF Musikwelle: «Nach dem Spielen bleibt das Instrument 20 Tage lang feucht und die Korrosion ist aktiviert.»

Wie sich dies auswirkt, liess die Hochschule der Künste Bern mit modernster Technologie untersuchen. Am Paul Scherrer Institut PSI in Villigen AG wurden die Instrumente mittels Neutronentomografie untersucht. Die ETH Zürich entwickelte sogar eigens eine Messsonde für das Projekt.

Trockene Instrumente halten länger
Das Resultat: In 80 Prozent der Fälle könnte Korrosion verhindert werden, wenn man das Instrument nach dem Spielen austrocknet. Dabei hilft ein kleiner Ventilator, den man in die Mundstückaufnahme stecken kann.

Nach 1,5 bis 3 Stunden ist das Instrument trocken. «Man kann das Leben der Blechblasinstrumente verlängern», sagt Adrian von Steiger.

Konzerthinweise
Gleich drei Konzerte von Top-Blaskapellen stehen an. Details zu den Konzertprogrammen hier:

Gespielte Musik

Moderation: Roman Portmann, Redaktion: Roman Portmann