Abenteuerliche Flucht aus Kuba

Lucy Mulloys «Una Noche» zeigt drei Jugendliche, die auf einem Floss von Kuba nach Florida fliehen wollen. Inzwischen hat die Realität die Fiktion eingeholt: Zwei der jungen Hauptdarsteller haben anlässlich eines New Yorker Filmfestivals um Asyl in den USA ersucht.

Lila (Anailín de la Rúa de la Torre) und ihr Bruder Elio (Javier Núñez Florián) träumen von einem anderen Leben.
Bildlegende: Lila (Anailín de la Rúa de la Torre) und ihr Bruder Elio (Javier Núñez Florián) träumen von einem anderen Leben. Trigon-Film

Elio (Javier Núñez Florián) und sein bester Freund Raúl (Dariel Arrechaga) wollen aus Havanna abhauen. Für einen Hungerlohn in der Hitze einer Restaurantküche zu schuften, entspricht nicht ihrem Lebenstraum.

Als Raúl plötzlich Probleme mit der Polizei bekommt, müssen die beiden jungen Männer schnell handeln. Der Film zeigt, wie die beiden alles Nötige für eine Flucht übers Meer nach Florida zusammenkratzen.

Authentische Bilder
Aber Elios Zwillingsschwester Lila (Anailín de la Rúa de la Torre) findet das Ganze nicht so toll. Als der Moment des Abschieds kommt, muss sie sich entscheiden: allein in Havanna zurückbleiben oder mit aufs selbst gezimmerte Floss zu gehen.

Das Besondere an Lucy Mulloys Regiedebüt «Una Noche» sind die authentischen Bilder eines Kuba abseits der Touristenpfade. Und die drei jungen Hauptdarsteller spielen mit erfrischender Natürlichkeit.

Asyl in den USA
Die beiden männlichen Hauptdarsteller erhielten am New Yorker Tribeca Filmfestival ex aequo den Darstellerpreis. Doch nur Dariel Arrechaga war dort, um den Preis abzuholen. Denn Javier Núñez Florián und seine Filmpartnerin Anailin de la Rua de la Torre waren in Miami untergetaucht und ersuchten um Asyl in den USA.

Im US-Fernsehen sagte Javier Núñez Florián: «Von klein auf habe ich davon geträumt, Kuba zu verlassen, dort gibt es keine Chancen für Jugendliche.» Mittlerweile dürfen Kubaner frei ausreisen, aber das nötige Geld dazu fehlt vielen. «Una Noche» erhält 5 von 6 Filmbären.

Hier geht es zum Trailer. / Englisches Interview mit Regisseurin Lucy Mulloy

Autor/in: Reto Baer