«Ben-Hur» - Die Neuauflage

Der neue «Ben-Hur» beeindruckt von der technischen Machart her, inklusive GoPro-Kameras. Aber als Ganzes vermag das 3D-Epos nicht zu überzeugen. William Wylers Version von 1959 bleibt die wichtigste Filmversion von Lew Wallaces Roman aus dem Jahr 1880.

Ben-Hur-Darsteller Jack Huston betont, die Pferde und Wagen seien echt.
Bildlegende: Ben-Hur-Darsteller Jack Huston betont, die Pferde und Wagen seien echt. Universal

Mit 125 Minuten Spieldauer kommt der neue «Ben-Hur» 87 Minuten kürzer in die Kinos als William Wylers Version von 1959. Trotzdem hat der Film Längen. Er beginnt zwar mit dem legendären Wagenrennen, blendet aber sofort zurück, um Judah Ben-Hurs (Jack Huston) jahrelange Vorgeschichte zu erzählen.

So erfährt man, dass Ben-Hur ein wohlhabender jüdischer Prinz ist, dessen Adoptivbruder Messala (Toby Kebbell) sich von der ganzen Familie abwendet, um in der römischen Armee Karriere zu machen. Mit Clip-Ästhetik saust der Film durch seine Schlachterlebnisse.

Kitschiges Ende
Als Messala nach Jerusalem zurückkehrt, kommt es zum Eclat zwischen ihm und seiner einstigen Adoptivfamilie. Ben-Hur landet als Sklave auf einer Galeere, kann nach fünf Jahren fliehen und wird vom Afrikaner Ilderim (Morgan Freeman) gerettet. In einem Wagenrennen gegen Messala will sich Ben-Hur für alles Leid rächen.

Zwischendurch taucht immer mal wieder Jesus (Rodrigo Santoro) auf, denn das Wagenrennen findet im Jahr seiner Kreuzigung statt. Der Film nimmt sich zwar Zeit, die beiden Hauptfiguren zu charakterisieren, aber alle anderen Figuren inklusive Jesus und Pontius Pilatus (Pilou Asbaek) bleiben sehr schemenhaft. Und Deshalb lässt einen das ganze Drama erstaunlich kalt. Vom kitschigen Ende gar nicht zu reden.

Trailer E / Trailer D / Featurette E übers Wagenrennen

Autor/in: Reto Baer