«Boyhood» - Magische Kino-Momente

  • Montag, 2. Juni 2014, 14:03 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 2. Juni 2014, 14:03 Uhr, Radio SRF 3
  • Wiederholung:
    • Samstag, 7. Juni 2014, 12:14 Uhr, Radio SRF 3

Richard Linklater hat während zwölf Jahren mit denselben Schauspielern, darunter Ethan Hawke und Patricia Arquette, den Spielfilm «Boyhood» gedreht. Darin schildert er das Erwachsenwerden eines Jungen und sorgt für magische Momente.

Hauptdarsteller Ellar Coltrane mit sechs und 18 Jahren.
Bildlegende: Hauptdarsteller Ellar Coltrane mit sechs und 18 Jahren. Universal

Die Drehzeit von «Boyhood» dauerte von 2002 bis 2013. So etwas kennt man allenfalls aus Langzeitstudien im Dok-Film, aber im Spielfilm ist noch nie zuvor etwas Vergleichbares versucht worden. Denn die organisatorische Herausforderung ist schlicht gigantisch.

Einen sechsjährigen Kinderdarsteller hat man noch schnell gefunden, aber Eltern, die einverstanden sind, dass er während zwölf Jahren vier bis zehn Drehtage pro Jahr zur Verfügung steht, nicht unbedingt. Ellar Coltranes Eltern sind Künstler und unterstützten Richard Linklaters waghalsiges Filmprojekt.

Einfach, aber einmalig
Auch die Darsteller der Eltern, Patricia Arquette und Ethan Hawke, der schon 1995 bis 2013 in Linklaters Trilogie «Before Sunrise», «Before Sunset» und «Before Midnight» mitwirkte, sagten begeistert zu. Beide wussten, dass «Boyhood» ein abolut einmaliger Spielfilm werden würde.

Die Handlung des Films hingegen ist denkbar simpel: Der Schuljunge Mason muss mit der Scheidung seiner Eltern ebenso fertig werden wie mit der Tatsache, dass der zweite Ehemann seiner Mutter ein gewalttätiger Alkoholiker ist.

Natürlich und authentisch
Daneben versucht Mason, die Schulzeit und die Pubertät zu überstehen und seinen eigenen Weg zu finden. Nichts Weltbewegendes, dafür sehr berührend. Die beiläufige Selbstverständlichkeit, mit der dieses Aufwachsen geschildert wird, wirkt sehr natürlich und dadurch glaubhaft.

«Boyhood» ist kein Film, der durch Spektakel beeindruckt, sondern eine Geschichte, die mit leisen Tönen für magische Momente im Kino sorgt. Der Film wirkt noch lange nach, wer ihn sieht, wird ihn vermutlich nie wieder vergessen. 5 von 6 Filmbären.

Trailer E / Trailer D / Pressekonferenz in Berlin

Autor/in: Reto Baer