«Die geliebten Schwestern» - Ménage-à-trois mit Schiller

«Die geliebten Schwestern» bietet mehr als einen flotten Dreier aus dem 18. Jahrhundert. Dominik Grafs Film versucht wirklich zu ergründen, wie die Dreiecksbeziehung zwischen Friedrich Schiller und den Von-Lengefeld-Schwestern gewesen sein könnte.

Friedrich Schiller (Florian Stetter) und die geliebten Schwestern Charlotte (Henriette Confurius) und Caroline (Hannah Herzsprung).
Bildlegende: Friedrich Schiller (Florian Stetter) und die geliebten Schwestern Charlotte (Henriette Confurius) und Caroline (Hannah Herzsprung). Praesens

Was tut ein Mann, der sich im Jahr 1788 in zwei Frauen gleichzeitig verliebt? Er entscheidet sich für eine der beiden, würde man meinen. Doch Friedrich Schiller (Florian Stetter), der Autor des Skandalstücks «Die Räuber», will beide.

So zumindest schildert es Dominik Grafs Film «Die geliebten Schwestern». Caroline von Beulwitz (Hannah Herzsprung) ist unglücklich verheiratet und drängt Schiller, ihre Schwester Charlotte von Lengefeld (Henriette Confurius) zu heiraten.

Stimmig und stimmungsvoll
Im Februar 1790 läuten in Jena tatsächlich die Hochzeitsglocken. Die verblüffende Ménage-à-trois kann unter dem Deckmantel der Legalität weitergehen, stellt die Beziehung der beiden Schwestern aber auf eine harte Probe.

Natürlich ist Vieles in Dominik Grafs Drehbuch reine Spekulation. Was tatsächlich existiert, sind Briefe, die die drei einander schrieben. Daraus reimt sich Graf eine mögliche Liebesutopie zusammen, die mit dem Alltag kollidiert. Das wird stimmig und stimmungsvoll erzählt und von einem guten Hauptdarsteller-Trio interpretiert. 5 von 6 Filmbären.

Trailer

Autor/in: Reto Baer