Dok-Film: Gibt es die Zeit überhaupt?

Der Kanada-Schweizer Peter Mettler filmt in «The End of Time» der vierten Dimension entlang und reist dabei vom Teilchenbeschleuniger CERN zu den Vulkanen auf Hawaii oder den Buddhisten in Indien, nur um am Ende bei seiner eigenen Mutter anzukommen.

Regisseur Peter Mettler in Raum und Zeit: Dreharbeiten zu «The End of Time».
Bildlegende: Regisseur Peter Mettler in Raum und Zeit: Dreharbeiten zu «The End of Time». Look Now!

Wann beginnt die Zeit? Bei der eigenen Geburt? Beim Urknall? Oder hat Zeit gar keinen Anfang? Aber dann könnte sie auch nicht enden. Das einzige, was enden kann, ist unsere Wahrnehmung der Zeit. Lauter Überlegungen, die den Filmemacher Peter Mettler («Gambling, Gods and LSD») dazu bringen, die Zeit an sich in Frage zu stellen.

Vielleicht, so sinniert der Kanada-Schweizer, ist Zeit nur ein Konstrukt unseres Geistes, um eine vermeintliche Reihenfolge ins Chaos zu bringen. Die Reihenfolge, die Mettler wählt, ist folgende: vom Teilchenbeschleuniger CERN in Genf (Urknall) über Vulkane auf Hawaii (Erdgeschichte) und Detroits Geisterstadt-Viertel (Menschheitsgeschichte) zu seiner eigenen Mutter (die eigene Geschichte).

Wie filmt man Zeit?
Dazwischen liegen noch andere Stationen, die er auf eine Art einfängt und miteinander verknüpft, wie man es im Kino selten sieht. Ob man «The End of Time» nun «Dokupoem» oder «Filmessay» nennt, beides drückt nicht annähernd aus, wie einmalig und persönlich Peter Mettlers Handschrift ist. Oder wüssten Sie, wie man die Zeit filmen kann?

«The End of Time» ist ein wunderschön abgelichteter Film, der wie eine Meditation über die Zeit funktioniert. Ein hypnotischer Film, der das eigene Denken und Fühlen auf die Probe stellt. Spannender kann Kinokunst gar nicht sein.

DRS 2 Sendung mit Peter Mettler

Autor/in: Reto Baer