Drei neue gute Schweizer Filme

Mit «Schellen-Ursli», «Dürrenmatt - Eine Liebesgeschichte» und «Amateur Teens» starten diese Woche am 15. Oktober gleich drei neue Schweizer Filme. Alle drei lohnen den Kinobesuch.

Screenshots aus CH-Filmen, Collage
Bildlegende: Drei auf einmal: Schweizer Filme im Kino ZVG

Schellen-Ursli
Uorsin, wie er im Film heisst, will nicht mit der kleinsten Glocke den Winter vertreiben. Diese Geschichte aus Selina Chönz und Alois Carigiets Bilderbuch bildet den Kern vom Film. Aber es gibt auch noch neue Handlungsstränge über Käse, der Uorsins Vater gestohlen wird, und über einen Rivalen von Uorsin, der auch die grösste Glocke und ebenfalls Seraina zur Freundin will.

Oscargewinner Xavier Koller glückte ein Film für die ganze Familie, der mal spannend, mal lustig, mal traurig ist und schöne Landschaftsaufnahmen bietet. Ein Bilderbuch-Märchen sozusagen.

Dürrenmatt - Eine Liebesgeschichte
Der Dok-Film ist einerseits Ausdruck von Regisseurin Sabine Gisigers Liebe zum Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt, und er schildert anderseits dessen Liebe zu seiner Frau Lotti. Seine Schwester Vroni und seine Kinder Peter und Ruth erzählen, wie wichtig sie für Dürrenmatt gewesen war.

Das ist das Neue am Film, während die verwendeten Archivaufnahmen, hauptsächlich aus Charlotte Kerrs vierstündigen TV-Film «Ein Abend mit Friedrich Dürrenmatt», schon bekannt sind. Sabine Gisiger montiert sie zu einem stimmigen Porträt des Schriftstellers.

Züri West - Lied für Lotti

Amateur Teens
Niklaus Hilbers Spielfilm versucht zu zeigen, was es heute bedeutet, ein Teenager zu sein. Am wichtigsten scheint zu sein, welchen Eindruck man im Internet macht. Alle wollen cool sein. Und alle reden über Sex. Dass dabei die Gefühle auf der Strecke bleiben, verwundert nicht.

Fragwürdig ist einzig eine Gruppenvergewaltigung, weil die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Ob das die richtige Message für die Jugend ist? Die eindrückliche Pubertätsgeschichte, die am Zurich Film Festival mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde, überzeugt vor allem dank der frischen Jungdarsteller.

Autor/in: Reto Baer