«Freifall - Eine Liebesgeschichte» - Bodenlos

Mirjam von Arx versucht im Dok-Film «Freifall - Eine Liebesgeschichte» drei Dinge aufzuarbeiten: ihren Brustkrebs, ihre viel zu kurze Liebe zum Base Jumper Herbert und dessen viel zu kurzes Leben. Herausgekommen ist ein Film, den man nicht mehr vergisst.

Andreas Dachtler lässt sich bei einem Base Jump im Lauterbrunnental filmen.
Bildlegende: Andreas Dachtler lässt sich bei einem Base Jump im Lauterbrunnental filmen. Praesens

Die Schweizer Dok-Filmerin Mirjam von Arx erklärt: «Herbert und ich lernen uns in derselben Woche kennen, in der ich meine Krebsdiagnose erhalte. Die Liebe schlägt ein wie der Blitz, wir wollen für den Rest des Lebens zusammenbleiben. Drei Monate später ist Herbert tot. Er war ein Fallschirmspringer und Base Jumper. Sein Verlust während meiner Chemotherapie wirft mich völlig aus der Bahn. Wie kann er sein Leben wegwerfen, während ich um meins kämpfe? Auf der Suche nach Antworten begleite ich Andreas, Herberts besten Freund und Base-Coach, zum Unglücksort im Lauterbrunnental.»

Hobby: das Leben aufs Spiel setzen
Mehr muss man eigentlich nicht sagen. Mirjam von Arx Dok-Film verschlägt einem schnell die Sprache. Zuerst irritiert einen die freimütige Selbstdarstellung der Regisseurin, dann fasziniert sie einen immer mehr. Man kann sich richtig selber dabei zusehen, wie man die Hemmung, ins Innerste der Filmerin zu blicken, ablegt. Das erreicht sie unter anderem damit, dass sie beim Thema Liebe Ausschnitte alter Spielfilme zeigt und so eine ironische Distanz schafft.

Im zweiten Teil ändert der Film die Stossrichtung. Nun versucht Mirjam von Arx zu verstehen, warum Base Jumper hobbymässig ihr Leben aufs Spiel setzen. Das ist so spannend, dass man sich mehr als einmal verblüfft die Augen reibt. «Freifall - Eine Liebesgeschichte» ist ein Dok-Film, der mit starken Bildern einer tiefen Erschütterung nachspürt. 5 von 6 Filmbären.

Trailer

Autor/in: Reto Baer