Hypnotiseur hilft der Stockholmer Polizei

Lasse Halström verfilmt Lars Keplers Roman «The Hypnotist» in seiner Heimatstadt Stockholm. Der Schwede versucht einen Spagat zwischen Beziehungsdrama und Thriller. Aber ob das Publikum dieses Experiment honoriert?

Erik Bark (Michael Persbrandt) soll den verletzten Zeugen eines mehrfachen Mordes hypnotisieren, doch seine Frau Simone (Lena Olin) hat Angst.
Bildlegende: Erik Bark (Michael Persbrandt) soll den verletzten Zeugen eines mehrfachen Mordes hypnotisieren, doch seine Frau Simone (Lena Olin) hat Angst. Frenetic

Eine Familie wird regelrecht hingerichtet. Nur der Sohn im Teenageralter (Jonatan Bökman) überlebt schwer verletzt. Da er kaum ansprechbar ist, empfiehlt die Ärztin (Hellena af Sandberg) dem Kommissar Joona Linna (Tobias Zilliacus) den Psychologen und Hypnotiseur Erik Bark (Michael Persbrandt). Sie kennt ihn persönlich und ruft ihn an.

Erik und seine Frau Simone (Lena Olin) liegen noch im Bett. Als sie ihm sein Handy reicht, sieht sie den Namen Daniella und ist sichtlich irritiert. Kein Wunder, denn Erik hatte wie das Publikum erst später erfährt - mit dieser Frau eine Affäre. Seither ist seine Ehe angeschlagen.

Gut, aber nicht überragend
Schon in den ersten Minuten werden also sowohl das Beziehungsdrama als auch der Krimi angestossen. Regisseur Lasse Halström suchte diesen Genre-Mix bewusst, erzielt damit aber nicht unbedingt mehr Tiefgang. Zuviel wirkt wie Trivialpsychologie.

Die Story hat das Niveau einer besseren «Tatort»-Episode, einzig die guten Schauspieler, die herausragenden Bilder und die ungewohnt langsame Inszenierung heben «The Hypnotist» über vergleichbare Massenware. Aber die Klasse der Stieg-Larsson-Verfilmungen erreicht dieses Kriminaldrama nicht. Daher «nur» 4 von 6 Filmbären.

Zwei Hallström-Filme im Kino
Lasse Hallström ist spätestens seit «The Cider House Rules» (1999) auf gepflegte Literaturverfilmungen abonniert. Am 7. März startet seine Nicholas-Sparks-Verfilmung «Safe Haven», was dazu führt, dass gleich zwei Hallström-Filme in den Schweizer Kinos laufen.

«Safe Haven» ist ähnlich langsam inszeniert wie «The Hypnotist», mit ähnlich gepflegten Bildern, statt im winterlichen Stockholm im sommerlichen Southport im Süden der USA. Aber «The Hypnotist» hat im Gegensatz zu «Safe Haven» wenigstens noch ein paar Ecken und Kanten.

Trailer zu «The Hypnotist»

Autor/in: Reto Baer