«Imagine Waking Up Tomorrow and All Music Has Disappeared»

Stefan Schwieterts Dok-Film mit dem umständlichen Titel «Imagine Waking Up Tomorrow and All Music Has Disappeared» folgt dem Musiker Bill Drummond auf einen Roadtrip, auf dem er die Stimmen gewöhnlicher Leute aufnimmt. Das sprüht vor Leben.

Bill Drummond stellt die Welt der Musik in Frage und auf den Kopf.
Bildlegende: Bill Drummond stellt die Welt der Musik in Frage und auf den Kopf. Look Now!

Bill Drummond hat mit der Band The KLF elektronische Tanzhits produziert, die Band 1992 aber aufgelöst und untersagt, dass ihre Tonträger weiterhin verkauft werden. Schon das ein untrüglicher Hinweis, dass Drummond kein gewöhnlicher Popmusiker war.

Drummond versteht sich mehr als Künstler und Sammler. Früher hat er Samples aus fremden Hits in seine Songs eingebaut, jetzt sammelt er Stimmen von gewöhnlichen Menschen: Strassenarbeiter, Bauern, Nonnen, Schüler. Er nennt das Projekt, das an Konzeptkunst erinnert, The 17.

Überraschendes Filmerlebnis
Auf die Idee dazu kam er, weil er sich fragte, was wäre, wenn wir morgen aufwachen würden und sämtliche Musikaufnahmen und -instrumente verschwunden wären. Dann blieben nur noch unsere Stimmen. Deshalb nimmt er Stimmen auf und kreiert mit den Tonfragmenten eine Art Chorwerk.

Bill Drummonds verquere Ideen, die Art, wie er auf die Leute zugeht, und seine Aussagen übers Musikbusiness machen «Imagine Waking Up Tomorrow and All Music Has Disappeared» zu einem erfrischenden und überraschenden Filmerlebnis.

Trailer / Musikvideo von The KLF / Filmbär auf Facebook

Autor/in: Reto Baer