Irren ist männschlich

In «Les garçons et Guillaume, à table!» spielt Guillaume Gallienne sich selber als Kind, Teenager und Erwachsenen sowie seine eigene Mutter. Das Resultat ist eine der besten Komödien des Jahres. Nicht verpassen!

Guillaume Gallienne spielt seine eigene Mutter und brilliert.
Bildlegende: Guillaume Gallienne spielt seine eigene Mutter und brilliert. JMH

Vater, Mutter und Brüder - ­ alle halten Guillaume (Guillaume Gallienne) für schwul. Schliesslich glaubt er selbst, vom anderen Ufer zu sein, schwärmt für männliche Mitschüler und gerät in manch peinliche Situation.

Was wie ein billiger Klamauk klingen mag, ist in Wirklichkeit eine schmissige Komödie voller Esprit, wie nur Franzosen es hinkriegen. Guillaume Gallienne hat sein eigenes Ein-Mann-Bühnenstück in einen Film umgearbeitet und auch gleich selber Regie geführt.

Mit Witz, Charme und Emotionen
Man spürt in jeder Szene, dass das Ganze ein Lebensprojekt des Komödianten ist. Obwohl immer wieder sichtlich auf den Effekt hin geschrieben, überzeugen die Pointen fast durchs Band. Auch schauspielerisch überzeugt Gallienne, speziell als strenge Mutter, die auch dann erscheint, wenn sie eigentlich gar nicht zur Szene gehört.

«Les garçons et Guillaume, à table!» bietet Witz, Schalk, Charme und Emotionen. Der Film ist vergnügliche Unterhaltung vom Feinsten. Je weniger man davon im Voraus weiss, desto grösser der Spass. Also ab ins Kino! 5 von 6 Filmbären.

Trailer                                                Filmausschnitt

Autor/in: Reto Baer