Klischee im Kino: Schweizer sind blitzblankbünzlig

«Recycling Lily» zeigt die Eidgenossen als beflissene Abfall-Entsorger mit Sauberkeitsfimmel. Die Möchtegern-Komödie ist eine Kopfgeburt mit hübschen Bildern in Pastelltönen.

Der Müllinspektor Hansjörg Stähli (Bruno Cathomas) sucht in illegal entsorgtem Abfall nach Hinweisen auf den Täter.
Bildlegende: Der Müllinspektor Hansjörg Stähli (Bruno Cathomas) sucht in illegal entsorgtem Abfall nach Hinweisen auf den Täter. Ascot Elite

Der Müllinspektor Hansjörg Stähli (Bruno Cathomas) sorgt in einem helvetischen Städtchen dafür, dass niemand den Güselsack schon am Abend vor der Müllabfuhr an den Strassenrand stellt. Solche Unordnung geht gar nicht.

Dass ausgerechnet dieser Pedant sich in die Messie Lily (Johanna Bantzer) verliebt, böte eigentlich guten Komödienstoff. Aber das Potenzial wird völlig verschenkt. Denn der Regie-Debütant Pierre Monnard hat mehr auf den stilisierten Look als auf die Stimmigkeit der Story geachtet.

Biederer Film über biedere Schweizer
Daher wirkt die Alltagskomödie über biedere Schweizer selber bieder. Eindimensionale Scherenschnitt-Figuren bewegen sich durch eine Art 50er-Jahre-Schweiz und sind dabei nicht wirklich lustig.

Zwischen Bruno Cathomas und Johanna Bantzer funkt es auch nicht . Wenigstens sorgt Luna Dutli als Bantzers Filmtöchterchen für einen Sympathiebonus. Aber für mehr als mittelprächtige 3 von 6 Filmbären reicht das nicht.

Trailer

Autor/in: Reto Baer