Literaturverfilmung vs. WK-Komödie

Diese Woche starten gleich zwei Schweizer Filme: «Am Hang», die Verfilmung eines der erfolgreichsten Schweizer Romane, und «Achtung, fertig, WK!», das Sequel des zweiterfolgreichsten Schweizer Films.

Amor finitus in «Am Hang». Coitus interruptus in «Achtung, fertig, WK!».
Bildlegende: Amor finitus in «Am Hang». Coitus interruptus in «Achtung, fertig, WK!». Filmcoopi/Walt Disney

Nur gerade Marco Rima und Martin Rapold von der Orginaltruppe aus «Achtung, fertig, Charlie!» (2003) sind bei «Achtung, fertig, WK!» wieder dabei. An Stelle von Melanie Winiger bringt Sira Topic die Hormone durcheinander, und statt des blassen Michael Koch spielt der blasse Matthias Britschgi die Hauptrolle.

Die Militärklamotte ist gar nicht so schlecht geraten. Der Film unterhält gut, auch wenn Kinogänger über 25 wohl mit den humoristischen Tiefschlägen Mühe haben dürften. Das jugendliche Zielpublikum aber wird wohl gerade auf diese schrillen Momente abfahren.
Dass die Literaturpuristen auf die Verfilmung von Markus Werners «Am Hang» abfahren, bezweifle ich. Denn für den Film wurden neue Szenen dazu erfunden. Felix macht nur im Film Selbstmordversuche. Auch wenn das plakativ ist, so hilft es doch, die Geschichte, die ausschliesslich aus Gesprächen zwischen Felix und Thomas besteht, filmischer zu machen.

Über und unter der Gürtellinie
Henry Hübchen spielt Felix, diesen kulturpessimistischen Verfechter der Ehe, mit Verve, Max Simonischek wirkt als notorischer Frauenheld jedoch zu wenig sexy. Und Martina Gedeck, die ich sonst eigentlich schätze, ist als Frau des einen und Liebhaberin des andern eher farblos.

«Am Hang» bietet für Filmfans über 25, «Achtung, fertig, WK!» für solche unter 25 gute Unterhaltung. Letzterer ist bewusst klamaukig und provokativ (Sex mit Poulet, Soldat am Kreuz), ersterer spielt niveauvoll mit dem Generationenkonflikt. Beide bekommen 4 von 6 Filmbären.

Trailer «Am Hang»                            Trailer «Achtung, fertig, WK!»

Autor/in: Reto Baer