«Maps to the Stars» - Hollywood als Hölle

In «Maps to the Stars» inszeniert David Cronenberg die Film-Metropole Hollywood als eine Art Hölle der Auswüchse unserer egozentrischen Gesellschaft. Das ist zwar ganz interessant, aber wirkt nie wirklich zwingend.

Ist Julianne Moore als hysterischer Filmstar Havanna Segrand nun gut oder nicht?
Bildlegende: Ist Julianne Moore als hysterischer Filmstar Havanna Segrand nun gut oder nicht? Pathé Films

So stellen sich Regisseur David Cronenberg und Autor Bruce Wagner eine typische Familie in Hollywood vor: Der Vater Stafford Weiss (John Cusack) ist ein Selbsthilfeguru, der Sohn Benji (Evan Bird) ist ein Teenieschwarm frisch aus der Entzugsklinik, die Mutter Cristina (Olivia Williams) ist eine Managerin, die alles daran setzt, den Marktwert ihres Sohnes oben zu halten, und dann ist da noch die mysteriöse, vernarbte und verbannte Tochter Agatha (Mia Wasikowska), die davon besessen ist, wieder in die Familie aufgenommen zu werden.

Figuren wirken wie Karikaturen
Ein alternder Filmstar darf natürlich auch nicht fehlen. Diese Havanna Segrand (Julianne Moore) gehört zu Stafford Weiss' Patientinnen, engagiert dessen Tochter Agatha als Assistentin und versucht verzweifelt, ihre Karriere wieder in Gang zu bringen. Sie will im Remake eines Films ausgerechnet jene Rolle spielen, die ihre Mutter zum Star gemacht hat.

Die meisten Figuren in «Maps to the Stars» wirken wie Karikaturen. Das würde gut zu einer schrillen Hollywood-Satire passen, aber unter David Cronenbergs Regie wurde der Film eher ein schwermütiges Drama mit einem Schuss Psychothriller. Das ist solid geschrieben, aber etwas vorhersehbar. 3 von 6 Filmbären.

Trailer E / Trailer D

Autor/in: Reto Baer