Martin Scorseses märchenhaftester Film

  • Montag, 6. Februar 2012, 15:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 6. Februar 2012, 15:20 Uhr, DRS 3
  • Wiederholung:
    • Samstag, 11. Februar 2012, 12:45 Uhr, DRS 3

Regielegende Martin Scorsese drehte mit «Hugo» sowohl seinen ersten Familienfilm als auch seinen ersten 3D-Film und erntet dafür begeisterte Kritiken und 11 Oscarnominationen.

Hugo (Asa Butterfield, rechts) versteckt sich im Uhrenturm vor dem Bahnhofspolizisten (Sacha Baron Cohen).
Bildlegende: Hugo (Asa Butterfield, rechts) versteckt sich im Uhrenturm vor dem Bahnhofspolizisten (Sacha Baron Cohen). Ascot Elite

Mit 11 respektive 10 Nominationen sind «Hugo» und «The Artist» dieses Jahr die grossen Favoriten im Oscar-Rennen, beides Filme, die die Anfänge des Kinos zelebrieren. In «The Artist» geht es um die Stummfilmzeit, in «Hugo» um den Filmpionier Georges Méliès.

Ende des 19. Jahrhunderts boten die ersten Filme dem verblüfften Publikum lauter «erste Blicke». So etwas hatten die Menschen noch nie gesehen. Auf eine gewisse Art wurden sie so wieder zu Kindern, die laufend Dinge zum ersten Mal sehen oder erleben.

Mit Kinderaugen sehen

Martin Scorsese hat «Hugo» genau in diesem Geist inszeniert. Und da für Kinder immer alles grösser wirkt als für Erwachsene, hat er sein Paris des Jahres 1931 auch vergrössert und überhöht.

Seit dem Tod seines Vaters (Jude Law) lebt Hugo (Asa Butterfield) versteckt im Pariser Bahnhof Montparnasse und betreut sämtliche Uhren dort. Gleichzeitig ist der Junge ständig auf der Suche nach einem herzförmigen Schlüssel, der in eine Automatenfigur passt.

Magische Augenblicke

Mehr darf man nicht erzählen, um keine Geheimnisse zu verraten, die im Film so eine grosse Rolle spielen. Wer einen Sinn fürs Märchenhafte und Romantische hat, der wird «Hugo» ebenso mögen wie all jene, die ein Herz für Tüftler und Erfinder haben.

Denn das ist der eigentliche Kern der Geschichte: Menschen, die Automaten und Filmspezialeffekte erfinden und damit Magie kreieren. Auch Scorsese gelingen magische Momente. Es würde mich jedoch nicht überraschen, wenn Erwachsene an diesem poetischen Familienfilm mehr Freude haben als Kinder.

«Box-Office»-Beitrag von SF

Autor/in: Reto Baer