«Mustang» - Mädchen in der Türkei

Regisseurin Deniz Gamze Ergüven erzählt in «Mustang» von fünf Schwestern, deren unbeschwerte Kindheit plötzlich endet – und damit auch ihre Freiheit. Einfühlsamer und kritischer Blick auf das Frausein in der Türkei.

Wild und mit Mähnen wie Mustangs: die fünf Schwestern.
Bildlegende: Wild und mit Mähnen wie Mustangs: die fünf Schwestern. Filmcoopi

Die fünf Schwestern, die seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrem Onkel leben, tollen auf dem Heimweg von der Schule mit Jungs rum, schwimmen mit ihnen im Meer und setzen sich auf ihre Schultern. Für gewisse Dorfbewohner ist das ein Skandal.

Deshalb greift ihr Onkel hart durch, lässt Gitter vor ihre Zimmerfenster montieren und zwingt auch die Jüngste, lange braune Kleider zu tragen. «Kackbraun», wie die Mädchen finden. Gleichzeitig tritt der Onkel die Verheiratungsmaschinerie los.

Nominiert für einen Oscar
Damit würden die Schwestern vom einen Gefängnis ins andere kommen. Sie nehmen die Unterdrückung aber nicht einfach hin, sagen ihre Meinung und versuchen, zwischendurch auch mal auszubrechen, indem sie zum Beispiel heimlich an ein Fussballspiel gehen.

Regisseurin Deniz Gamze Ergüven nutzt bewusst die Dramaturgie von Gefängnisfilmen, um auf den Umgang mit Frauen in ihrem Heimatland Türkei hinzuweisen. Da sie in Frankreich lebt, wurde der Film hauptsächlich mit französischem Geld finanziert und ist nun Frankeichs Oscar-Kandidat. 5 von 6 Filmbären.

Trailer / Ausschnitt

Autor/in: Reto Baer