«Of Horses and Men» - Der Humor, der aus der Kälte kam

Bei «Of Horses and Men» kommen Liebhaber schrägen Humors voll auf ihre Kosten. Denn die Isländer in diesem Film verhalten sich doch sehr sonderbar. Es muss an der Kälte liegen.

Eines der Bilder aus «Of Horses and Men», das man definitiv nicht mehr vergisst.
Bildlegende: Eines der Bilder aus «Of Horses and Men», das man definitiv nicht mehr vergisst. Filmcoopi

Sollten Sie weiblich sein und als Mädchen Pferdebücher im Dutzend verschlungen haben, dann ist dieser Film vielleicht nicht der richtige für Sie. Es gibt zwar viele schöne Pferde zu sehen, aber es kommen einige auf rabiate Weise um. Also: Es soll keine sagen, wir hätten sie nicht gewarnt.

Trotzdem möchte ich den Film allen, auch den Pferdenärrinnen, ans Herz legen. Denn er ist so grandios gefilmt und überrascht mit so ungewöhnlichen Episoden, dass man ihn nie mehr vergisst. Allein schon die ersten 20 Minuten lohnen den Kinobesuch.

Schräger Island-Western
Da geht es unter anderem um einen Witwer mit einer weissen Stute und eine Witwe mit einem schwarzen Hengst. Und weil das kleine isländische Dorf im Verlauf des Films zwei Todesfälle zu beklagen hat, gibt es plötzlich einen Witwenüberhang. Deshalb beschliesst die Witwe mit dem schwarzen Hengst, aktiv zu werden.

Schnaps, Schnupftabak, Feldstecher und ein mexikanischer Rucksack-Tourist spielen auch eine wichtige Rolle. Und gelegentlich staunt man einfach über die überwältigenden Landschaften, die einen mitunter - wie die Musik auch - an einen Sergio-Leone-Western erinnern. «Of Horses and Men» ist für mich eine der Entdeckungen des Jahres. 6 von 6 Filmbären.

«Of Horses and Men» - Trailer

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Autor/in: Reto Baer