Online-Poker: Wilder Westen im Internet

Das Thema des Thrillers «Runner Runner» ist spannend: Online-Glücksspiele. Ben Affleck darf als Kotzbrocken schauspielerisch endlich wieder mal etwas Gas geben. Und doch überzeugt der Film nicht ganz.

Justin Timberlake (links) als naiver Student Richie und Ben Affleck als Kotzbrocken Ivan.
Bildlegende: Justin Timberlake (links) als naiver Student Richie und Ben Affleck als Kotzbrocken Ivan. 20th Century Fox

Was macht man, wenn man auf dem Bildschirm Werbung für Online-Poker blinkt? Wegklicken hoffentlich. Aber das tun nicht alle. Der weltweite Online-Glücksspielmarkt hat zurzeit ein Volumen von 33 Milliarden Dollar hat, wovon 8 Prozent auf die USA entfallen.

Illegale Glücksspiel-Seiten operieren im Dunkeln. Sie werden nicht durch die US-Regierung reguliert, und Konsumenten sind weder vor Betrügereien und Geldwäsche-Aktivitäten geschützt, noch kann die Einhaltung von Altersbeschränkungen kontrolliert werden.

Man fühlt man sich dabei an den Wilden Westen erinnert, nur dass die Wirtschaftskriminellen heute nicht auf Waffen, sondern auf komplexe Algorithmen setzen. In dieser Hinsicht ist «Runner Runner» ein warnendes Beispiel.

Welt der Schönen und Reichen
Brad Furmans Film schildert, wie der Mathematik-Student Richie Furst (Justin Timberlake) dem grossen Geld erliegt, das er bei Glücksspiel-König Ivan Block (Ben Affleck) auf Costa Rica verdienen kann. Als Richie realisiert, dass Ivan auch vor kriminellen Aktionen nicht zurückschreckt, ist es schon zu spät.

«Runner Runner» ist ein Thriller, der die schillernde Welt der Schönen und Reichen demontiert. Wie der fehlgeleitete Protagonist sich gerade noch rechtzeitig aufs Gute besinnt, ist allerdings etwas gar disneymässig. Dennoch ist der Film ganz unterhaltend: 4 von 6 Filmbären.

Amerikanischer Trailer                                    Deutscher Trailer

Autor/in: Reto Baer