Peter Jacksons «Hobbit»-Film ist kein Muss

  • Montag, 10. Dezember 2012, 15:20 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 10. Dezember 2012, 15:20 Uhr, DRS 3
  • Wiederholung:
    • Samstag, 15. Dezember 2012, 12:45 Uhr, DRS 3

Peter «Herr der Ringe» Jackson verfilmt J. R. R. Tolkiens «Der kleine Hobbit» als Dreiteiler in 3D. Den Auftakt macht «Der Hobbit: Eine unerwartete Reise», der fast drei Stunden von einer Episode zur nächsten stolpert.

So fängt alles an: Gandalf (Ian McKellen) schneit bei Bilbo Beutlin (Martin Freeman) herein.
Bildlegende: So fängt alles an: Gandalf (Ian McKellen) schneit bei Bilbo Beutlin (Martin Freeman) herein. Copyright 2012: Warner Bros. Ent.

Aus dem dreibändigen Monumentalwerk «Der Herr der Ringe» machte Peter Jackson drei Filme. Das ergab Sinn. Nun macht Jackson aus der einbändigen Vorgeschichte dazu auch drei Filme. Sinnvoll? Fürs Publikum wohl weniger, für die Produzenten schon eher, können sie doch für eine Geschichte dreimal Kinobillette verkaufen.

Die Helden
Hobbits sind bekanntlich Stubenhocker. Deshalb muss Zauberer Gandalf (Ian McKellen) viel Überzeugungskunst und dreizehn Zwerge einsetzen, um Bilbo Beutlin (Martin Freeman) zum Aufbruch ins Abenteuer zu überreden.

Die Aufgabe
Es gilt das Reich und den Schatz der Zwerge vom bösen Drachen Smaug zurück zu erobern. Da der Weg dorthin weit ist, müssen zahlreiche Hindernisse überwunden werden. Das führt dazu, dass man schon im ersten Teil das Gefühl hat, die Geschichte werde endlos gedehnt.

Die Bösen
Vom Drachen Smaug gibt es noch kaum etwas zu sehen, der soll seinen grossen Auftritt erst in den folgenden Filmen haben. Dafür sind die nun erstmals digitalen Orks so richtig schön gruselig.

Die Überraschung
Die schönste Überraschung ist der immer wieder aufblitzende Humor, aber sonst wirkt alles irgendwie altbekannt. So richtig warm wird man mit diesem neuerlichen Trip nach Mittelerde nie.

Das Highlight
Der absolute Höhepunkt des Films ist Bilbo Beutlins Begegnung mit Gollum (Andy Serkis). Das digitale Höhlenmonster wirkt nun noch ausdrucksstärker, und die zwei Seelen in seiner Brust streiten noch eindrücklicher miteinander.

Die Technik
Der 3D-Effekt ist fast inexistent und daher unnötig. Über die Bildqualität dank 48 statt der herkömmlichen 24 Bilder pro Sekunde kann ich nichts sagen, da die entsprechende Kopie an der Pressevorführung noch nicht bereit war. Nur gerade 20 Schweizer Kinos sind ausgerüstet, solche High-Frame-3D-Filme zu zeigen.

Das Fazit
«Der Hobbit: Eine unerwartete Reise» ist eher langatmig und episodenhaft, daher kein Muss, ausser für erklärte Tolkien- und Jackson-Fans. «Cloud Atlas» ist die weitaus interessantere und spektakulärere Grossproduktion.

Autor/in: Reto Baer