«Steve Jobs» - Unsympathisch, aber faszinierend

«Steve Jobs» ist kein klassisches Biopic, sondern eine zugespitzte Dramatisierung der Karriere eines der berühmtesten Menschen des Planeten. Kammerspielartig treffen vor drei Schlüsselpräsentationen Berufliches und Privates des Apple-Gründers aufeinander.

Alles dreht sich nur um Apple-Gründer Steve Jobs (Michael Fassbender).
Bildlegende: Alles dreht sich nur um Apple-Gründer Steve Jobs (Michael Fassbender). Universal

Irgendwann während des Films habe ich mich gefragt, warum sich eigentlich alle beruflichen und privaten Konflikte von Steve Jobs (Michael Fassbender) immer eine halbe Stunde vor wichtigen Produktepräsentationen zu entladen scheinen. Aber das Ganze war ein dramaturgischer Entscheid des Drehbuchautors Aaron Sorkin.

Genau dies ist letztlich die Stärke und die Schwäche von Danny Boyles Film. Die Stärke, weil auf diese Weise Steve Jobs‘ Charakter - unsympathisch, aber faszinierend - anhand dreier wichtiger Ereignisse seiner Karriere bewusst gemacht wird.

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So erlebt man etwa eine späte Einsicht des «Apple-Gurus», dass ihm zeitweise der eigene Grössenwahn die Sicht auf die Realität vernebelt hat. Die Schwäche des Films ist es, weil diese Dramaturgie etwas Theatralisches und somit Künstliches hat.

Wer nicht davor zurückschreckt, sich einem zweistündigen Nonstopp-Dialogschwall auszusetzen, bekommt schauspielerische Top-Leistungen von Fassbender, Kate Winslet, Seth Rogen und anderen geboten. Wer sich eher für ein konventionelleres Biopic interessiert, der ist besser bedient mit dem zu Unrecht unterbewerteten «Jobs» (2013), in dem Ashton Kutcher die Hauptrolle spielt.

Trailer E / Trailer D

Autor/in: Reto Baer