«Still Alice» - Oscar für Julianne Moore

Die Hauptrolle in «Still Alice» hat Julianne Moore einen Oscar, einen Golden Globe und 26 weitere Auszeichnungen eingebracht. Die an Alzheimer erkrankte Alice scheint also die Rolle ihres Lebens zu sein.

Was Alice (Julianne Moore) gespeichert hat, geht verloren.
Bildlegende: Was Alice (Julianne Moore) gespeichert hat, geht verloren. Frenetic

Alice ist 50 und Linguistikprofessorin. Bei einer Vorlesung fällt ihr das Wort «Wortschatz» nicht mehr ein. Für eine Alzheimer-Geschichte ist dieser erste Aussetzer zwar arg plakativ, aber Julianne Moore spielt das derart überzeugend, dass man gern darüber hinweg sieht.

Nachdem sie beim Joggen kurzzeitig nicht mehr weiss, wo sie ist, sucht Alice einen Neurologen auf. Die Diagnose ist eindeutig: Sie leidet an einer vererbbaren Form von Alzheimer. Nicht gerade die Nachricht, die sie Mann (Alec Baldwin) und Kindern (Kristen Stewart u.a.) mitteilen möchte.

Nicht aufs Hirn reduziert
So dramatisch und emotional diese Szenen auch sind, der Film bleibt zum Glück immer bei Alice. Die ganze Zeit vergewissert er sich, ob sie immer noch Alice ist, «Still Alice» eben. Das amerikanische «still» kann aber auch still, ruhig bedeuten. Denn je mehr Alice die Sprache abhanden kommt, desto ruhiger wird es um sie.

In den schlauen Strategien, die sie entwickelt, um Wörter und anderes nicht zu vergessen, zeigt sich ein letztes Mal ihre Intelligenz. Die Stärke des Films ist, uns bewusst zu machen, dass Alice letztlich auch ohne ihre Hirnkapazität immer noch Alice ist.

Trailer E / Trailer D

Autor/in: Reto Baer