«The Beatles: Eight Days a Week - The Touring Years»

Ron Howards Film hat mit «The Beatles: Eight Days a Week – The Touring Years» zwar einen umständlichen Titel, ist aber elegant geschnitten und sehr sehenswert. Die einflussreichste Band der Welt auf ihren Tourneen zu begleiten, ist wie eine Zeitreise in die Sixties.

Die Beatles in der Garderobe des Coventry Theatre, November 1963.
Bildlegende: Die Beatles in der Garderobe des Coventry Theatre, November 1963. Impuls

Nach vier Jahren auf Tournee hatten John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr genug und traten im August 1966 zum letzten Mal live auf. Kein Wunder, nach über 200 Konzerten pro Jahr. Heutzutage würde sich kein Popstar einem derartigen Tournee-Stress unterwerfen.

Manager Brian Epstein verlangte von den vier Pilzköpfen neben den Auftritten aber auch alle drei Monate eine neue Single und alle sechs Monate ein neues Album. Dazu kamen natürlich zahllose Medientermine, so etwa der Auftritt am 9. Februar 1964 in der «Ed Sullivan Show», der die britischen Beatles über Nacht in den USA berühmt machte.

Konzertdauer 30 Minuten
Hollywood-Star Whoopi Goldberg erinnert sich begeistert, wie sie dadurch als Achtjährige zum Beatles-Fan wurde und schwärmt mit glänzenden Augen davon, wie ihre Mutter sie ein Jahr später mit Tickets für das Konzert im Shea Stadium überraschte. Diesen 30-minütigen Gig - so kurz waren damals die Konzerte - gibt es im Anschluss an den Dok-Film als Ganzes zu sehen. Also sitzenbleiben beim Abspann.

Regisseur Ron Howard, als Zehnjähriger zum Beatles-Fan geworden, bekannt für Spielfilme wie «Apollo 13» (1995), «A Beautiful Mind» (2001) und «The Da Vinci Code» (2006), gelingt es, das Phänomen Beatles anhand ihrer Live-Auftritte mit vielen neuen Details und teils noch unbekannten Archivaufnahmen nachvollziehbar zu machen.

Beatles gegen Rassentrennung
Zudem erzählen Paul McCartney und Ringo Starr, die beiden noch lebenden Beatles, aus dem Nähkästchen. All das ermöglicht ein Kinoerlebnis, das einem die Illusion gibt, hautnah mit den vier Pilzköpfen aus Liverpool um die Welt zu touren.

Ein eindrücklicher Moment ist, als die Beatles erfahren, dass bei ihrem Konzert in Jacksonville, Florida, Rassentrennung herrschen werde. Die vier verstehen das nicht und wollen nur auftreten, sofern das Publikum sich durchmischen darf. Und so kommt es dann. Das hat ihnen in den USA Freunde und Feinde eingebracht. Es wurden sogar Beatles-Platten verbrannt.

Trailer E / Teaser Ed / Interview Ron Howard / Beatlemania

Autor/in: Reto Baer