Schweizer Muslime: Wo bleibt der Aufschrei gegen den IS-Terror?

Die Schweizer Bischöfe fordern die muslimischen Gemeinschaften in der Schweiz auf, gemeinsam Stellung zu beziehen gegen den IS-Terror. Das ärgert die muslimischen Vereine. «Auch wir sind entsetzt und verurteilen Gewalt. Doch was haben wir mit dem Terror zu tun?». Ein Imam aus Bern sieht das anders.

Frau hält Plakat hoch mit «ISIS Terörist».
Bildlegende: Widerstand: In Deutschland protestieren Menschen gegen die Gewalt des IS. Keystone

Imam Mustafa Memeti vom Haus der Religionen in Bern sagt: «Wir müssen zu einer gemeinamen Haltung finden, ein Projekt anreissen». Die Diskussion, so scheint es, ist lanciert. 

Deutliche gemeinsame Worte finden bereits deutsche Islamgelehrte und haben dieser Tage ein Dokument unterschrieben, das das Morden der Terrormiliz klar verurteilt. Und auch britische Imame habe den IS als ketzerische Organisation bezeichnet und verbieten jungen muslimischen Briten, als Dschihadisten in den Kampf zu ziehen.

Wieso tun sich Schweizer Muslime so schwer? Spielt auch hier der Kantönligeist? Sind muslimische Vereine überhaupt in der Lage junge Männer, die sich übers Internet radikalisieren zu erreichen und zu stoppen? Was hat die Integration in den Schweizer Alltag mit der Radikalisierung von Secondos und Terzos zu tun?

Es diskutieren:

  • Rifa'at Lenzin, Dozentin Zürcher Lehrhaus, Islamwissenschaftlerin
  • Mustafa Memeti, Imam, muslimischer Verein, Bern
  • Samuel Behloul, Direktor migratio, eine Kommission der Bischofskonferenz

Moderation: Christine Hubacher, Redaktion: Christine Hubacher