Sexualbegleitung für Menschen mit einer Behinderung

Menschen sehnen sich nach Nähe und Zärtlichkeit. Auch Menschen mit einer Behinderung. Für sie ist es aber manchmal schwierig, ihr Bedürfnis nach körperlicher Nähe zu stillen. Seit einigen Jahren gibt es Sexualbegleiterinnen und Sexualbegleiter, die speziell für diese Arbeit ausgebildet wurden.

Mann im Rollstuhl
Bildlegende: Auch Menschen mit körperlicher Behinderung haben ein Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeit. Keystone

Vor wenigen Wochen haben weitere sechs Teilnehmer den Lehrgang Sexualbegleiter am Institut für Selbstbestimmung Behinderter abgeschlossen. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen mit einer Behinderung eine Art Beziehungsersatz zu sein, ihnen Nähe und Zärtlichkeit zu geben. Dies stärke das Selbstwertgefühl dieser Menschen und ermögliche es ihnen vielleicht, später eine echte Beziehung einzugehen.

Kritiker bemängeln diese Form von Sexualität. Es sei nicht der richtige Weg, dass man für behinderte Menschen solche Sonderlösungen schaffe. Es sollte ganz normal sein, dass auch Menschen mit Handicap sexuelle Beziehungen eingehen, daraus dürfe kein Geschäft entstehen. Es sei eine weitere Form von Ausgrenzung und das echte Bedürfnis nach Nähe dieser Menschen bleibe auf der Strecke. Kann man mit bezahlten Berührungen Berührungsängste überwinden?

In der Sendung «Forum» diskutieren Fachleute und Betroffene mit Hörerinnen und Hörern. Gäste im Studio sind:

  • Erich Hassler, Sexualbegleiter und Ausblidungschef am Institut zur Selbstbestimmung Behinderter
  • Therese Kämpfer, Mitarbeitende Patientenbildung im Paraplegiker-Zentrum Nottwil
  • Peter Wehrli, Geschäftsleiter Zentrum für selbstbestimmtes Leben

Moderation: Simone Hulliger, Redaktion: Simone Hulliger