Sind Schüler mit Frühfranzösisch überfordert?

Immer mehr Kantone in der Ost- und Zentralschweiz wollen Frühfranzösisch in der Schule wieder abschaffen. Gefährdet dieser Entscheid den Zusammenhalt der Schweiz?

Schulkinder rennen die SChulhaustreppe hinunter.
Bildlegende: Wieviele Fremdsprachen sollen Kinder lernen? Keystone

Thurgau, Schaffhausen, Graubünden, Luzern oder Nidwalden. Der Widerstand gegen Frühfranzösisch an der Schule wächst. Viele Schülerinnen und Schüler seien überfordert, sagen die Gegner des Frühfranzösischen. Es sei zu viel, wenn die Kinder neben Frühenglisch ab der dritten Klasse auch noch Frühfranzösisch ab der fünften Klasse lernen müssten. Andere zentrale Fächer wie Deutsch oder Mathematik würden dadurch geschwächt.

Durch die Romandie geht ein Aufschrei. Und auch viele Deutschschweizer finden, man dürfe den mühsam gefundenen Sprachenkompromiss nicht wieder gefährden. Die erste Fremdsprache in der 3. Klasse, die zweite Fremdsprache in der 5. Klasse, so lautet dieser Kompromiss. Und wenn sich die Kantone nicht daran halten würden, so müsse der Bund durchgreifen, sagen die Verteidiger des Frühfranzösischen.

Wieviel bringt Frühfranzösisch? Und wie wichtig ist es für den Zusammenhalt des Landes?


Im Studio diskutieren:

  • Verena Herzog, SVP-Nationalrätin (TG). Sie hält die Einführung von Frühfranzösisch für einen grossen Fehler.
  • Elisabeth Baume-Schneider (SP), Erziehungsdirektorin Kanton Jura. Sie hält es für unverantwortlich, den mühsam gefundenen Sprachenkompromiss jetzt schon wieder zu gefährden.

  • Markus Kübler, Abteilungsleiter der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen. Er hat die wissenschaftlichen Studien zum Frühfranzösisch unter die Lupe genommen.

Moderation: Christian von Burg, Redaktion: Christian von Burg