Apps bringen Ordnung ins Rezepte-Chaos

Mit der richtigen App räumen wir mit der charmanten aber unübersichtlichen «Zetteli-Wirtschaft» auf und organisieren unsere Lieblings-Rezepte digital. Einmal auf dem Tablet, wächst die persönliche Sammlung dank Tausender von Rezepten aus dem Internet weiter. Wir haben drei Apps ausprobiert.

Wer gerne kocht, sammelt Rezepte. Das aus dem Kochbuch fotokopierte Pastarezept und das von Grossmutter vererbte für Weihnachtsguetzli stecken genauso in dieser Sammlung wie die von Hand gekritzelten und mit Fettflecken überzogenen Rezepte für Eigenkreationen. Zeit, mit dieser Zettelwirtschaft aufzuräumen! Apps wie Basil, Paprika und Evernote Food machen die Rezept-Sammlungen digital und damit auch mobiler und übersichtlicher.

Unendlicher Rezepte-Fundus Internet

Gegen 700'000 Rezepte finden sich alleine bei den beiden grössten Rezepte-Webseiten im deutschsprachigen Raum: chefkoch.de und kochbar.de. Nimmt man die Angebote aus anderen Sprachregionen noch dazu, wird das Angebot schier unendlich. Unsere Apps helfen beim durchstöbern dieser Rezepte und fügen sie mit einem Fingertipp der eigenen Sammlung hinzu.

1. Basil – schlicht und funktional

Die iPad-App Basil speichert Rezepte mit Bild, Zutatenliste und Tipps für die Zubereitung. Importieren kann man sie von beliebigen Quellen im Internet, manchmal muss man bei der Einordnung in die Sammlung aber noch nachhelfen. Sortieren kann die App die Rezepte alphabetisch, anhand der eigenen Bewertung, nach Herkunft oder Zeitpunkt der Erfassung. Damit sind die wichtigsten Funktionen vorhanden, aber auch nicht mehr.

Startbildschirm der Rezepte-App "Basil" mit drei Gerichten

Bildlegende: Basil: schlicht und funktional Screenshot SRF

Was uns gefällt:

  • das schlichte Design
  • das richtige Minimum an Funktionen

Was uns nicht gefällt:

  • nur für iOS
  • kein vollautomatischer Import

2. Evernote Food – der Datencontainer

Evernote ist eine zentrale Sammelstelle für Notizen aller Art. Weil es den Dienst auf allen Geräten sowie im Internet-Browser gibt, hat er eine grosse Anhängerschaft gefunden. Die Food-App ist lediglich eine spezialisierte Anwendung von Evernote für Rezepte und Restaurants. Im Gegensatz zu Basil und Paprika erkennt Evernote Rezepte nicht selbständig, sondern speichert einfach den ganzen Inhalt der jeweiligen Webseite.

Was nur mit Evernote geht: Rezepte ganz einfach abfotografieren und in Form einer Bilddatei einlesen. Dank einer Text-Erkennung innerhalb der Bilder kann man auch in den abfotografierten Rezepten nach Stichworten suchen. Damit entfällt das Abtippen, was das Füttern der App vereinfacht, und ein bisschen bewahrt man sich so auch den Charme der Zetteli-Wirtschaft.

Übersichtsbildschirm der App "Evernote Food" mit Gerichten

Bildlegende: Evernote Food: Rezepte im Datencontainer Screenshot SRF

Was uns gefällt:

  • Funktioniert auf iOS, Android, Windows, Mac, Online
  • Rezepte als Fotos einlesen
  • kostenlos

Was uns nicht gefällt:

  • keine Rezept-Erkennung
  • keine einheitliche Darstellung
  • keine weiterführenden Funktionen

3. Paprika – die ausgefeilte Lösung

Die Rezepte-App, die uns auf der Redaktion am besten gefällt, ist gleichzeitig die teuerste. Paprika tut das, was sie soll, am besten: die App erkennt Rezepte von beliebigen Online-Quellen zuverlässig und fügt sie dabei nahtlos und übersichtlich in die eigene Rezepte-Sammlung ein. Die Zutaten lassen sich als Einkaufsliste exportieren. Extras wie die Timer-Funktion, mit der man mehrere Uhren gleichzeitig ablaufen lassen kann, helfen auch tatsächlich beim kochen. Wer im Apple-Kosmos zuhause ist, wird die Synchronisation zwischen Mac und iOS-Geräten schätzen, auch wenn man Paprika für jedes Gerät separat kaufen muss.

Startbildschirm der App "Paprika" mit Rezepten

Bildlegende: Paprika: die ausgefeilte Lösung Screenshot SRF

Was uns gefällt:

  • vollautomatischer Import
  • die richtige Auswahl an Funktionen
  • Synchronisation unter Geräten

Was uns nicht gefällt:

  • jede Plattform kostet separat, teure Mac-Version
  • keine Browser/Windows-Anbindung

Mit allen drei Apps kann man seine Rezepte übrigens auch online teilen...

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Bon App

6:17 min, aus SRF Gadgets vom 2.6.2014