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Gadgets für KIM Das Tonstudio im Handtaschenformat

Mobile Geräte haben nicht nur die Art und Weise verändert, wie wir Musik hören. Auch wann und wo Musik entstehen kann, definieren diese Geräte neu. Das Tablet wird zum mobilen Tonstudio, auf dem sich unterwegs musikalische Ideen skizzieren oder fixfertige Tracks produzieren lassen.

Zwei Hände bedienen ein iPad mit der KORG App
Legende: Grooves erstellen im Strassencafé, zum Beispiel mit «Gadget» von KORG. KORG

Mit einem Wisch der Fingerkuppe dem Synthesizers mehr «Attack» geben und mit dem Daumen gleichzeitig die Synthie-Spur etwas lauter drehen. Tablets und ihre berührungsempfindlichen Bildschirme sind wie geschaffen, um damit elektronische Instrumente zu spielen, bei denen viele Regler und Schalter gleichzeitig bedient werden wollen. So gehörten Musik-Apps auch mit zu den ersten Anwendungen für die mobilen Geräte.

Damon Albarn auf der Bühne mit Mikrophon
Legende: Damon Albarn: Der Gorillaz-Frontmann ist ein Pionier der Musik-Produktion auf dem iPad. Wikimedia

Prominenter Pionier

Damon Albarn, Sänger und Mastermind der Band Gorillaz, hat es schon früh vorgemacht. Auf einer Tournee im Jahr 2010 bastelte er auf dem ersten iPad-Modell ein neues Album im Tourbus. Die Musik-Apps aus dieser Zeit waren vergleichsweise rudimentär, doch sie zeigten, dass sie herkömmlichen Computern durch ihre intuitive Bedienung überlegen sind.

I have made the new album on an iPad. I fell in love with it as soon as I got it, so I've made a completely different kind of record.
Autor: Damon AlbarnGorillaz

Eine Schwachstelle hatten diese ersten Musik-Apps aber: In den meisten Fällen liess sich mit ihnen nur ein einziger Synthesizer oder Drumcomputer spielen. Wer einen Track mit mehr als nur einem Instrument produzieren wollte, musste den Output der einzelnen Apps miteinander synchronisieren. Und das war meist nur mit viel Aufwand in einem externen Programm möglich.

Ein Screenshot der «Auria»-App zeigt ein virtuelles Mischpult.
Legende: Tonstudio für das Tablet: Mit der «Auria»-App lassen sich 24 Spuren aufnehmen und 48 Spuren mixen. WaveMachine Labs , Link öffnet in einem neuen Fenster

Dank leistungsfähigeren Prozessoren in Tablets (und sogar Smartphones) haben die Musik-Apps aber ihre Kinderschuhe abgelegt und sind daran, zu vollwertigen mobilen Tonstudios heranzuwachsen. Die App «Gadget» von KORG, Link öffnet in einem neuen Fenster beispielsweise zaubert über ein Dutzend verschiedene Synthesizer und Drumcomputer auf den Bildschirm, die sich alle per Multitouch bedienen und mit einem ausgereiften Sequenzer arrangieren lassen.

Andere Apps wie etwa «Auria» kümmern sich um die Nachbearbeitung der Musik und stehen den Mischpulten in professionellen Tonstudios kaum mehr nach. So können Dutzende von Tonspuren abgemischt und wenn gewünscht mit Effekten belegt werden.

Es gibt noch Probleme

Andere Bereiche des elektronischen Lebens – Office-Anwendungen zum Beispiel – verlagern sich schon seit einiger Zeit immer mehr weg vom Desktop hin zu mobilen Geräten. Weil Musikproduktion eine komplexere Angelegenheit ist als Mails zu verschicken oder ein Textdokument zu erstellen, braucht dieser Schritt dort ein wenig länger.

So hat auch die «Gadget»-App noch mit Problemen zu kämpfen, etwa beim Tempo: Das Programm reagiert nur mit leichter Verzögerung auf Eingaben, was beim manuellen Einspielen von Passagen schnell zu Rhythmus-Problemen führt. Für Live-Musiker kann eine solche App deshalb das Hardware-Keyboard nicht ganz ersetzen.

Und auch wer zusammen mit anderen Musikern an neuen Tracks arbeitet, stösst schnell an Grenzen: Aus der «Gadget»-App lassen sich nur fertige Soundfiles ausspielen, nicht aber Projekte, die anschliessend ein Dritter weiter bearbeiten kann.

Mit dem Tablet auf der Bühne

Im Vergleich mit Musiksoftware für den Desktop-PC haben sind die Funktionen der Tablet-Apps also noch beschränkt. Dafür lassen sie sich intuitiv bedienen und einfach mit dem Finger – oder mehreren Fingern gleichzeitig – steuern, ohne dass noch eine Maus oder eine Tastatur zwischen Programm und Musiker steht.

Ein Screenshot zeigt die «Session View» der «touchAble»-App.
Legende: Livesteuerung mit dem Finger: Die «touchAble»-App macht das Tablet zum Ableton-Live-Controller, mit dem sich z.B. Samples und Loops starten lassen. Zerodebug , Link öffnet in einem neuen Fenster

Damit verhält sich die App mehr wie ein «richtiges» Instrument als ein klassischer Computer tut – und ist so ein ideales Mittel für den Live-Einsatz auf der Bühne. Etwa wenn es darum geht, Samples und Loops zu starten, Sound-Einstellungen zu verändern oder einfache Rhythmen und Melodien live einzuspielen.

Dabei muss die App nicht immer ein vollwertiges Musikstudio sein; sie kann auch einfach das Tablet als Eingabegerät nutzbar machen. Mit einer App wie etwa «touchAble», Link öffnet in einem neuen Fenster lässt sich so ein klassischer PC-Sequencer wie «Ableton Live» auf der Bühne bequem mit dem Tablet steuern. Oder gleich mit mehreren Tablets, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Sound-Beispiele mit KORG Gadget

Legende: Video Harmonische Schwingungen abspielen. Laufzeit 03:51 Minuten.
Aus SRF Gadgets vom 19.05.2014.

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