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Gadgets für KIM Plastik-Würmli zu Objekten eindampfen

Mit dem «3Doodler» zeichnen wir reale Objekte aus Plastik. Mit ähnlicher Technologie wie in einem 3D-Drucker, aber freihändig. Was es nicht einfacher macht.

Ein roter Stürmer läuft mit Ball auf den blauen Goalie zu. Dahinter steht schon der Pokal bereit.
Legende: Toll gebastelt: Ein Stürmer läuft an, der Torwart macht sich breit, hinten wartet schon der Pokal – es ist, als wären wir im Stadion! Guido Berger/SRF

Der 3D-Zeichenstift «3Doodler» (ca. 100.- Franken) sieht aus wie eine Heissleimpistole und funktioniert ähnlich wie ein 3D-Drucker: Ein dünnes Stäbchen aus farbigem Plastik (ABS , Link öffnet in einem neuen Fensteroder PLA, Link öffnet in einem neuen Fenster) wird erhitzt und dadurch weich. Vorn aus der Spitze des Stiftes kommt dieses weiche Plastik als müffelndes, Fäden ziehendes Würmli heraus. Damit können wir «zeichnen», also Linien in die Luft ziehen. Weil das warme Plastik in der Luft schnell abkühlt und sich wieder versteift, formen wir so langsam ein Objekt.

Packung, Stift und Plastikstäbchen
Legende: Inhalt des Startpakets: 3Doodler und ein paar ABS-Stäbchen. Guido Berger/SRF

Der 3Doodler ist also gewissermassen der Druckkopf eines 3D-Druckers, nachdem man die feinmechanische Computer-Steuerung entfernt hat: ohne Gefühl und ohne Hirn.

Entsprechend schwierig ist es, überhaupt irgendein erkennbares Objekt zu zeichnen. Die Bedienung ist zwar simpel: Wir heizen auf, achten dabei darauf, dass die Temperatur auf den verwendeten Plastik eingestellt ist. Das dauert etwa eine Minute. Dann stecken wir hinten einen der beiliegenden Plastikstäbchen ein und drücken auf einen von zwei Knöpfen, die das Plastik in unterschiedlichen Geschwindigkeiten durchziehen und vorne als warmes Würmli ausspucken.

Guido zeichnet mit dem Stift die weissen Linien des Tornetzes.
Legende: Das Tor erhält sein Netz. Guido Berger/SRF

Um die Farbe zu wechseln, drücken wir beide Tasten gleichzeitig. Dann wird der Rest des Stäbchens hinten wieder ausgefahren.

Doch das ist alles sehr unpräzise und natürlich abhängig von unseren Handbewegungen. Weil der Plastik heiss ist, kann man das Objekt nicht richtig festhalten. Ab und zu stockt der Plastik und stört so unsere schwungvollen Bewegungen.

Guido zeichnet mit dem Stift den blauen Körper.
Legende: Der Körper des Goalies erfordert volle Konzentration. Guido Berger/SRF

Ein präzises Relief zu zeichnen, wie das richtige 3D-Drucker können, ist also unmöglich. «Doodle», also eine Kritzelei, ist hier sehr wörtlich zu verstehen.

Nach dem Ball (oben rechts) war ich noch enttäuscht. Doch dann konnte ich mich vom Drang nach Präzision lösen. Ich zeichnete mehr Linien statt ausgefüllte Formen. Und die Fussball-Spieler gingen dann ganz gut von der Hand – ich bin ein bisschen stolz auf mein kleines WM-Diorama.

Das könnte natürlich auch an den Dämpfen des geschmolzenen Plastiks liegen.

Legende: Video Tellspiele abspielen. Laufzeit 3:49 Minuten.
Aus SRF Gadgets vom 26.05.2014.

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