Dänische Königin stellt Anforderungen an Einwanderer

Der Monarchin Margrethe II. liegt das Thema Integration am Herzen. Sie reagiert auf die Besorgnis in der Bevölkerung.

Die Königin sitzt auf einem Sofa, trägt ein rotes Kleid und grinst in die Kamera.

Bildlegende: Von tolerant zu besorgt Der Tonfall der Königin in Flüchtlingsfragen hat sich gemäss Historiker Sebastian Olden-Jørgensen geändert. Keystone

«Es ist kein Naturgesetz, dass man ein Däne wird, wenn man in Dänemark lebt», sagt Königin Margrethe II. in einem Buch, das am Donnerstag veröffentlicht wird. In «Die tiefsten Wurzeln - Die Königin spricht über Dänemark und die Dänen» äussert sich die Monarchin (76) zum Thema Integration.

Die Bevölkerung solle deutlicher über die Werte sprechen, auf denen das Land begründet sei. Und sie solle es wagen, Anforderungen an Einwanderer zu stellen. «Daran müssen wir arbeiten, und gelegentlich muss man den Menschen den Stuhl vor die Tür stellen und sagen: Hey! So geht das nicht.»

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Königin Margrethe feiert den 75. Geburtstag

4:06 min, aus Glanz & Gloria vom 16.4.2015

Von tolerant zu besorgt

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich die Königin zur Einwanderung äussert. Der Historiker Sebastian Olden-Jørgensen von der Kopenhagener Universität meint aber, ihr Tonfall habe sich geändert: «Königin Margrethe hört auf die Besorgnis in der Bevölkerung und reagiert nun auf den sich ändernden Konsens - von einer überwiegend toleranten und flüchtlingsfreundlichen Linie zu einer zunehmend besorgten Position», sagt er der Nachrichtenagentur Ritzau.