Die Schweiz und ihre tragische Beziehung zum belgischen Königshof

König Albert II. von Belgien dankt ab und macht seinem Sohn Prinz Philippe Platz. Was viele nicht wissen, die grösste Tragödie des belgischen Königshauses fand in der Schweiz statt. Die Mutter des Königs verstarb bei einem Autounfall in Küssnacht SZ. Die Astrid-Kapelle erinnert bis heute daran.

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Der belgische Königshof und die Schweiz

1:22 min, aus Glanz & Gloria vom 5.7.2013

Am 29. August 1935 geniesst die königliche Familie ihre Ferien in der Zentralschweiz in vollen Zügen. Doch in Küssnacht am Vierwaldstättersee ereignet sich an diesem Tag die grösste Tragödie des belgischen Königshauses.

König Leopold III. und Königin Astrid kommen mit dem Auto von der Strasse ab und prallen gegen einen Birnbaum. Entgegen den üblichen Gepflogenheiten lenkt der König das Fahrzeug selbst. Er überlebt. Doch die Königin wird beim Unfall aus dem Wagen geschleudert und stirbt eine halbe Stunde später.

Die Kapelle

1936 wird die Astrid-Kapelle als Gedenkkapelle eingeweiht. Ein Gedächtniskreuz mit der Inschrift « La croix du Roi» (deutsch: «Das Kreuz des Königs») markiert jene Stelle, an der Königin Astrid ihren Verletzungen erlag. Über dem Altar sind sinnbildlich eine Königskrone, eine Rosenkrone und eine Dornenkrone aufgehängt.

Astrid-Kapelle

Bildlegende: Luftaufnahme der Gedenkstätte Astrid-Kapelle SRF

Immer wieder kommen die belgischen Royals zur Gedenkkapelle. Zuletzt am 29. August 2010. König Albert II. besucht damals den Ort und nimmt an einer Messe für seine verstorbene Mutter teil. Vor dem Besuch wird der alte Baumstumpf entfernt und ein junger Birnbaum gepflanzt.

Der Sohn

Albert II. von Belgien ist der jüngste Sohn der verstorbenen Astrid. Er wird am 21. Juli nach zwei Jahrzehnten auf dem Thron das Amt seinem Sohn Prinz Philippe übergeben. Der 79-jährige König dankt aus gesundheitlichen Gründen ab.