«Schweizermacher»-Regisseur Rolf Lyssy: «Ich hadere nicht»

Am 25. Februar wird Rolf Lyssy 80 Jahre alt. Mit «Glanz & Gloria» blickt er zurück – und voraus.

Wie werden Sie Ihren 80. Geburtstag verbringen?
Rolf Lyssy: Mit Familie und Freunden. Am 27. Februar findet im Zürcher Filmpodium die Vernissage des Buches «Die Schweizermacher und was die Schweiz ausmacht» statt. Anschliessend wird mein Film «Konfrontation – Das Attentat von Davos» gezeigt.

Freuen Sie sich auf Ihren Geburtstag oder erschreckt Sie die Zahl 80?
Lyssy: Natürlich freue ich mich auf den Geburtstag, umso mehr, als es sich um einen runden handelt und ein Freudentag sein wird. Hoffe ich jedenfalls. Die Zahl 80 erschreckt mich keineswegs. Ich bin nur überrascht, dass sie stimmt.

Was für konkrete Pläne haben Sie noch?
Lyssy: Ich plane die Realisierung eines Kinofilms im Spätsommer und hoffe, dass wir in den nächsten Monaten die Finanzierung sicherstellen können.

Wenn Sie zurückschauen auf Ihr bisheriges Leben: Sind Sie zufrieden?
Lyssy: Bis auf das Katastrophenjahr 1998, in dem ich an einer schweren Depression erkrankte und zum Glück wieder gesund wurde, habe ich keinen Grund, mit meiner Vergangenheit nicht zufrieden zu sein oder gar zu hadern.

Was wünschen Sie sich?
Lyssy: Mit zunehmendem Alter wird die Gesundheit immer wichtiger. Dass man dafür etwas tun muss, versteht sich von selbst. In dem Sinne wünsche ich mir, weiterhin und noch lange, selbstbestimmt, urteilsfähig, unabhängig und frei von körperlichen und geistigen Behinderungen mein Leben leben zu können.

Welchen Traum möchten Sie sich unbedingt noch erfüllen?
Lyssy: Den Traum, den ich mir unbedingt noch erfüllen möchte, muss ich zuerst noch träumen.

Rolf Lyssy ist am Sonntag, 6. März 2016, zu Gast im «G&G Weekend». 18:50Uhr, SRF 1.

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Voller Elan: Rolf Lyssy wird 80

2:52 min, aus Glanz & Gloria vom 24.2.2016

Rolf Lyssy

Rolf Lyssy, 1936 in Zürich geboren, landete mit «Die Schweizermacher» (1978) den grössten Kinoerfolg des jungen Deutschschweizer Spielfilms. Mit seinen nachfolgenden Filmen konnte er an diesen Erfolg nicht anknüpfen. 2001 verfasste er den autobiografischen Bericht «Swiss Paradise», in dem er sich mit seiner depressiven Erkrankung auseinandersetzte.